Forstämter im Schwalm-Eder-Kreis reagieren auf wachsende Nachfrage mit höheren Preisen

Heizen mit Holz wird teurer

Schneidet sein Brennholz selbst im Wald zurecht: Privatkunde Karl-Heinz Freudenstein (von links), der Melsunger Forstamtsleiter Christian Foet und Revierförster Friedrich Werner. Foto: Schorn

Schwalm-Eder. Heizen mit Holz wird immer beliebter, aber auch teurer. Die Forstämter im Schwalm-Eder-Kreis haben dieses Jahr die Preise für Holz aus ihren Wäldern erhöht.

„Die Preise sind um etwa zehn Prozent im Gebiet des Forstamtes Melsungen gestiegen“, sagt dessen Leiter Christian Foet und fügt hinzu: „Wenn die Nachfrage steigt, geht auch der Preis in die Höhe. In den letzten Jahren haben viele Privatkunden ihre Häuser auf alternative Energienquellen umgerüstet.“

Heißt: Hauseigentümer schaffen sich vermehrt Öfen und Kamine an, um beispielsweise unabhängiger vom Heizöl zu werden. Doch dadurch steigen auch die Brennholzpreise aus dem Wald.

Ein weiterer Grund dafür, dass die Kunden mehr zahlen müssen, ist die momentan gute wirtschaftliche Entwicklung.

Im Forstamt Jesberg stiegen die Preise pro Festmeter Holz, das zur Abholung an die Waldwege gerückt wird, beispielsweise um drei Euro. Buchenholz kostet nun 55 Euro statt wie bisher 52 Euro.

Das Nadelholz stieg von 40 auf 43 Euro pro Festmeter, teilte Werner Recker, Holzverkaufssachbearbeiter im Forstamt Jesberg mit. Alternativ können Kunden so genannten Schlagabraum aus dem Wald holen. Das heißt, dass die Brennholznutzer selber in den Wald gehen und sich bereits gefällte Bäume zurechtschneiden.

Beim Forstamt Melsungen kostet der Raummeter Buche und Eiche in diesem Fall dann 28 Euro, 3 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Der Preis für selbst aufgearbeitetes Kronenholz von Nadelbäumen ist dagegen stabil geblieben. Weiterhin müssen Kunden hierfür 20 Euro pro Raummeter zahlen.

Doch trotz der gestiegenen Nachfrage nach Holz stellt Christian Foet vom Melsunger Forstamt klar: „Alle Privatkunden im Forstgebiet Melsungen werden von uns zu 100 Prozent mit Holz beliefert. Bei den Holzhändlern kann die Nachfrage voraussichtlich aber nicht vollständig abgedeckt werden.“ Mit den Preisen für das Waldholz ist er aber grundsätzlich zufrieden. Ebenso wie sein Kollege Norbert Altstädt, Leiter des Forstamtes Neukirchen.

„Endlich ist der Holzpreis auf einem anständigen Niveau“, meint Altstädt. Trotzdem sei Holz immer noch ein günstigerer Rohstoff als etwa Öl. „Wirtschaftliche Krisen wirken sich auch auf den Holzpreis aus “, erklärt Christian Foet. Genauso verhält es sich, wenn Stürme viele Bäume umstürzen lassen. Dann kommt es zu einem Überangebot, und der Holzpreis sinkt. Hintergrund

Quelle: HNA

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