Wer selbst sägt, muss für Buche, Eiche und Nadelholz mehr bezahlen

Heizen mit Holz wird teurer

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Selbst ist der Mann: Peter Borowitz (links) und Thomas Tatzel zerlegen gemeinsam die Stämme.

Kreisteil Melsungen. Heizen mit Holz gilt nicht nur als umweltfreundlich, sondern auch vergleichsweise preiswert. Dennoch werden all diejenigen, die ihr Holz aus dem Wald holen, dieses Jahr wieder etwas tiefer in die Tasche greifen müssen.

Um etwa 2 Euro pro Raummeter haben sich die Preise erhöht.

Bis Ende April muss das selbst aufgearbeitete Brennholz aus dem Wald transportiert sein. Die ersten Selbstwerber, wie sie der Förster nennt, haben schon zur Säge gegriffen. Andere können sich noch anmelden, am besten per E-Mail direkt an den jeweiligen Revierförster.

Dieser macht dann einen Sammeltermin mit den Kunden aus, schätzt die ausgesuchte Menge und möchte das Geld in bar. Nur in der Revierförsterei Wellerode klappt es mit der bargeldlosen Bezahlung per Bankkarte, erklärt Melsungens Forstamtsleiter Christian-Peter Foet. Und er weiß auch, warum das Brennholz wieder etwas teuerer geworden ist: Die Nachfrage steigt und damit auch der Preis.

Preis stieg um 550 Prozent

8000 bis 10.000 Raummeter kann das Forstamt Melsungen verkaufen. Privatkunden nehmen meist zwischen fünf und acht Raummeter, die gewerblichen Abnehmer auch mal 400 Raummeter. Zwischen 2005 und 2011 sei der Preis um 550 Prozent gestiegen, sagt Foet. Besonders hoch sei die Nachfrage der Industrie nach gehäckseltem Holz. Foet: „Energieholz ist für uns ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.“

Bäume nicht selbst fällen

Aber auch die Nachfrage nach Brennholz für den heimischen Ofen ist ungebremst. Stehendes Holz wird nicht mehr angeboten. Bäume selbst fällen ist damit passé. Das Risiko eines Unfalls ist zu hoch. Damit entfällt auch die Pflicht für den großen Motorsägen-Lehrgang. Für liegendes Holz genügt der Grundlehrgang. Der ist allerdings Pflicht und kostet 116 Euro. In den nächsten beiden Monaten werden noch Lehrgänge vom Forstamt angeboten.

Das meiste Holz, das an Selbstwerber verkauft wird, liegt unweit von Waldwegen oder Rückegassen. Das hat nicht nur den Vorteil des kurzen Weges für die Holz-Macher, sondern verhindert auch, dass diese mit ihren Fahrzeugen in den Wald hineinfahren, erklärt Revierförster Andreas Heimann.

Buche ist beliebt

Beliebt ist nach wie vor Buche, die das Forstamt zumeist anbietet, ebenso Eiche. Preiswerter ist Nadelholz. Es kostet als Kronenholz pro Raummeter 20 Euro, während für Buche und Eiche 30 Euro zu zahlen sind. In Privat- und Kommunalwäldern können die Preise davon abweichen, erklärt Foet.

Quelle: HNA

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