Falsches Kaufverhalten sorgt nun für leere Tanks in der Region – Teilweise gibt es Lieferengpässe

Heizölkunden auf dem Trockenen

Begehrte Ware: Ulrich Seidel, Fahrer für die Raiffeisen Warenzentrale in Wolfhagen, füllt den Tank mit Heizöl auf. Foto: Thon

WolfhageR Land. Draußen ist es bitter kalt und drinnen funktioniert die Heizung nicht. Für einige Heizölkunden im Wolfhager Land ist das in den vergangenen Tagen zur Realität geworden. Bei den Öl-Lieferanten in der Region stehen derzeit die Telefone nicht still. Die meisten Kunden, die Heizöl ordern, wollen es von jetzt auf gleich.

Anita Beck, Geschäftsführerin der Albert Beck GmbH in Kassel, berichtet von etwa 30 Anrufern täglich, deren Tanks leer stehen. „Wir bemühen uns, die Bestellungen noch am selben Tag zu erledigen“, sagt Beck, die betont, dass es aus ihrer Sicht keine Lieferengpässe gibt. Vielen sei der plötzliche Wintereinbruch zum Verhängnis geworden. Bei dem milden Wetter von November bis Januar hätten Kunden wohl geglaubt, dass sie mit der Reserve im Tank bis zum Frühling über die Runden kommen würden. Bei den eisigen Temperaturen sprängen die Heizungen nun auch nachts an, der Verbrauch schnelle in die Höhe.

Anders als Anita Beck sah sich Gerhard Löber vom LBE Brennstoffhandel in Balhorn durchaus Lieferengpässen gegenüber. „Eine Woche lang waren die Lager in Kassel leer“, sagt Löber. Der LBE Brennstoffhandel habe am Dienstag sein Heizöl ausnahmsweise aus dem Ruhrgebiet beziehen müssen. Bei ihm meldeten sich derzeit doppelt so viele Kunden, deren Tanks trocken liegen würden. Da im vergangenen Jahr die Preise so hoch gewesen seien, hätten viele Kunden bis auf den letzten Drücker mit ihrer Heizölbestellung gewartet.

Das bestätigt auch Edgar Markus, Verkäufer bei der Raiffeisen Warenzentrale Kurhessen-Thüringen in Wolfhagen. In den vergangenen Wochen seien die Preise für Heizöl sprunghaft geklettert. Mit der Frostwelle allein lasse sich diese Entwicklung nicht erklären. Auch der Atomkonflikt und das Öl-Embargo des Irans sind wichtige Risikofaktoren.

Am Mittwochvormittag zahlten Kunden pro Liter zwischen 96 und 97 Cent bei einer Abnahme von 2000 Litern Heizöl. Wer lediglich 1000 Liter geordert hatte, war mit einem Preis von etwa einem Euro dabei, sagte Edgar Markus.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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