Nach Messerattacke eines 14-Jährigen: Nun erzählt das Opfer von dem Angriff

Homberg/Fritzlar. Ein Zentimeter weiter rechts und das Messer hätte die Niere getroffen: Sven S. hat offenbar einen Schutzengel, der seine Aufgabe sehr ernst nimmt. Der Homberger war am Montag von einem 14-jährigen Messerstecher schwer verletzt worden.

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Sven S. begleitete am 6. Dezember seinen zehnjährigen Sohn und dessen zwei Freunde: Die Kinder erbaten am Nikolausabend an Haustüren und in Geschäften Süßigkeiten. Mit dieser Absicht betraten sie den Drogeriemarkt. Und kamen just in dem Moment, in dem ein Jugendlicher einer jungen Frau ins Gesicht schlug. Sven S. wusste weder, um was es ging, noch, wer da mit wem stritt. Ohne nachzudenken sprang er der jungen Frau zur Seite.

„Es war ein Automatismus – ich habe keine Sekunde nachgedacht, ich wollte nur schnell helfen“, sagte der 39-Jährige am Mittwoch im Fritzlarer Krankenhaus, wo er noch am Montagabend notoperiert worden war.

Es sei alles blitzschnell gegangen. Ein zweiter Mann habe ins Gerangel eingegriffen und sei verletzt auf dem Bürgersteig zusammengebrochen. Er habe sogar noch geholfen, den anderen verletzten Helfer zu verarzten – und dann erst bemerkt, dass er selbst verwundet war. „Ich habe wirklich keine Ahnung, wann ich den Stich bekam, es war ja alles das reine Chaos“, sagt Sven S., dem es am Mittwoch im Fritzlarer Krankenhaus schon wieder gut ging.

„Es geht doch nicht, dass alle einfach weggucken - wo kämen wir denn da hin?“

Die Frage, ob er wieder eingreifen würde, wenn jemand in Bedrängnis ist, beantwortet er ohne zu zögern: Natürlich, sagt er. Das sei für ihn aber nicht nur Zivilcourage, sondern vielmehr eine Selbstverständlichkeit. Ein Held aber will er keinesfalls sein: „Es geht doch nicht, dass alle einfach weggucken – wo kämen wir denn da hin?“, fragt Sven S.

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Quelle: HNA

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