Thomas Pairan war 1990 Zivildienstleistender beim DRK – seitdem ist vieles anders

Helfen ist jetzt leichter

Alt und neu: Thomas Pairan trägt seinen Parker aus 1990. Damals war die Rettungskleidung noch sehr einfach gestaltet. Jetzt ist er mit der gelben Jacke im Einsatz, mit vielen Reflexstreifen. Foto: Dietzel

Wolfhagen. Junge Männer und Frauen sind beim DRK-Kreisverband Kassel-Wolfhagen jahrelang im Schulfahr- und Rettungsdienst tätig gewesen. Gemeinsam mit zwei Schulkameraden fing auch Thomas Pairan nach dem Abitur den 15-monatigen Zivildienst an – eine Entscheidung, die ihn bis heute prägt. Thomas Pairan arbeitete auch anschließend während seines Studiums als Aushilfe für das Rote Kreuz und gehört jetzt der Geschäftsstellenleitung der Geschäftsstelle in Wolfhagen an. „Es macht immer noch Spaß“, erzählt der 39-Jährige, der auch zeitweise Rettungswagen fährt.

Pairan ist beeindruckt davon, wie sich die Arbeit beim DRK während der 20 Jahre seit seinem Zivildienst-Jahr verändert hat. „Damals war vieles einfacher“, sagt Pairan. Die Fahrzeuge waren leichter, und ein Autoführerschein genügte, um zu einem Einsatz zu fahren. Mittlerweile brauchen Zivildienstleistende, die Rettungswagen fahren, einen Lkw-Führerschein.

„Wir haben uns um alle Altersklassen gekümmert“, berichtet Thomas Pairan. Als Rettungshelfer war er stets mit einem DRK-Mitarbeiter unterwegs. Sie transportierten chronisch Kranke, Patienten mit akuten Krankheiten, gehbehinderte Personen, Dialyse-Patienten und Notfallpatienten im Rettungseinsatz. Zwei Rettungswagen, fünf Krankenwagen und zwei Autos standen dem DRK damals zur Verfügung, erinnert sich Thomas Pairan. Jetzt sind es drei Mehrzweckfahrzeuge.

Viel über Medizin gelernt

„Wenn man jung ist, ist es etwas Besonderes, mit Blaulicht zu fahren“, sagt er. „Aber jetzt ist es eher stressig.“ Was ihn an seiner Arbeit mehr reizt, ist die Notfallmedizin. „Jeden Tag erlebe ich eine andere Situation“, sagt Pairan. Symptome und Krankheitsbilder würden sich bei Einsätzen immer unterscheiden, was den Alltag spannend mache. Seit 1990 hat Pairan bei der Notfallversorgung erhebliche Fortschritte erlebt. „Früher durfte man wenig und war schlechter ausgebildet, und heute kann man richtig helfen“, schwärmt er.

Während es vor 20 Jahren keine Notärzte in Wolfhagen gab, würde jetzt bei jedem Notfall jemand kommen. Früher war man auf den Rettungshubschrauber Christoph 7 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst angewiesen, oder Patienten wurden ohne notärztliche Versorgung in eine Klinik gebracht, wenn kein Arzt zur Verfügung stand. Oft haben die Hausärzte Erste Hilfe geleistet. Sie mussten Notfall-Versorgung und Bereitschaftsdienste gleichzeitig bewältigen. Mittlerweile darf zum Beispiel jeder, der geschult ist, eine Elektroschocktherapie machen. „Dadurch können wir besser helfen“, sagt Thomas Pairan.

Für das Rote Kreuz wird es bald schwierig, junge Mitarbeiter für ein halbes Jahr oder länger zu finden. Schon jetzt absolvieren Jugendliche beim Kreisverband ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ). „Es ist gut, wenn die jungen Menschen ein ganzes Jahr bei uns bleiben“, sagt Thomas Pairan. Denn die Ausbildung zum Rettungshelfer mit Schule, Klinikpraktikum und Lehrrettungswache dauert allein drei Monate.

Pairan hofft auch auf junge Menschen, die ab Sommer den Bundesfreiwilligendienst antreten, der die Wehrpflicht ersetzen soll. Derzeit sind vier Zivildienstleistende und eine FSJ-Teilnehmerin beim DRK. „Wir brauchen ab Sommer dringend Leute“, sagt Pairan.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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