60 Helfer bei der Brand-Übung in Wolfhagen 

Wolfhagen. Feuer in der Phönix Seniorenresidenz. Der Brandmelder schlägt Alarm. Es ist Punkt 18 Uhr, als am Dienstagabend die Meldung in der Kasseler Leitstelle einläuft.

Per Funkmeldeempfänger werden die Einsatzkräfte informiert: „Brand in Gebäude“, lautet der Code, und alle wissen Bescheid.

Es dauert nur wenige Minuten, schon kommen aus allen Himmelsrichtungen die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz (DRK) angesaust. Sirenen heulen, Funkgeräte knattern. Der Einsatzleiter ist zuerst vor Ort, checkt in Windeseile die Lage und teilt die rund 60 Helfer der Situation entsprechend ein.

In einem der Zimmer brennt es, das komplette Gebäude steht unter Qualm, elf Personen werden vermisst. Jetzt ist rasches und geistesgegenwärtiges Handeln gefragt. Die Drehleiter wird ausgefahren, Atemschutzgerät für den Einsatz im Gebäude angelegt. Jede Sekunde zählt, vor allem im Ernstfall.

Hunderte Zuschauer

Diesmal ist es aber nur die traditionelle Pfingstübung der Wolfhager Hilfsorganisationen. Eine Probe, die hunderten Zuschauern entlang der Eichenstraße zeigen soll, dass sie im Fall der Fälle auf ihre Helfer zählen können. Die sind immer zur Stelle, ob sie der Einsatzruf nun in der Spätschicht, auf dem Sofa vorm Fernseher oder im Bett erreicht.

„Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Moderator Uwe Kreisel, schließlich seien die Helfer ehrenamtlich im Einsatz. Er spricht von fünf bis sechs Minuten Ausrückzeit, Minuten, in denen das Adrenalin ordentlich ansteige. Vor Ort ist dann noch mehr Eile geboten.

„Nach etwa zwei bis drei Minuten sollte die Menschenrettung eingeleitet werden“, erklärt Lars Wiegand, stellvertretender Wehrführer der Wolfhager Brandschützer, der die Großübung geplant hat und mit dem Verlauf sehr zufrieden ist.

So soll es dann auch sein. Während das DRK eine Verletztensammelstelle einrichtet, bergen Feuerwehr und THW bereits die ersten „Opfer“. Im dichten Rauch sind zwei THW-Helfer zu erkennen, die eine bewusstlose Frau in den Armen halten und nach draußen ins Freie tragen. Im Nu eilen drei Sanitäter herbei, lagern sie auf einer Trage und bringen sie aus dem Gefahrenbereich, um mit der medizinischen Versorgung beginnen zu können.

Es dauert keine 30 Minuten, schon sind alle vermissten Personen geborgen, das Feuer gelöscht. Ein leichtes Spiel für die Feuerwehr, denn diesmal musste sie nur die Nebelmaschine im Fenster der Seniorenresidenz ausschalten. Schließlich war es glücklicherweise nur eine Übung. (zhf)

Quelle: HNA

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