Die Helfer leben nebena

Organisierte Nachbarschaftshilfe: Ehrenamtliche waren 180 Stunden im Einsatz

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Sie hoben die Nachbarschaftshilfe aus der Taufe: Jochem Hamacher (hinten Mitte) mit den Mitarbeitern bei der Auftaktveranstaltung im Jahr 2013.

Gudensberg. Es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen zu helfen: Davon ist Wilko Vöge überzeugt. Und deshalb engagiert sich der Ruheständler seit fast drei Jahren im Verein „Mach-mit in Gudensberg" bei der Nachbarschaftshilfe.

Auch seine Ehefrau Monika macht mit. „Ich brauche soziale Kontakte, wollte etwas tun", begründet sie ihre Entscheidung. Die sie übrigens nie bereut hat.

Zurzeit sind es acht Helfer, die sich bei der Nachbarschaftshilfe für andere Gudensberger einsetzen. „Es gibt eben nicht nur Flüchtlinge, die unsere Hilfe benötigen, sondern auch die Menschen nebenan“, sagt Jochem Hamacher von Mach-mit. Diese Hilfe dürfe nicht vergessen werden.

Deshalb haben die Nachbarschaftshelfer für das vergangene Jahr einmal Bilanz gezogen: Was haben wir geschafft? Sie kamen auf die stolze Summe von 180 Stunden, die sie aufgebracht haben:
• bei Fahrdiensten zum Arzt, in die Kirche, zur Tafel in Fritzlar,
• bei Besuchsdiensten mit Spaziergängen, Gesprächen und mehr,
• bei Konfliktlösungen aller Art,
• bei praktischen Hilfen, etwa beim Umzug, beim Rasen mähen, beim Gardinen aufhängen.

Die Besuchsdienste waren dabei der Spitzenreiter mit 90 Stunden, gefolgt von den Fahrdiensten und Hilfen bei Umzügen, etwa beim Packen der Kisten. Wenn man lediglich einen Mindestlohn pro Stunde annimmt, kommen fast 2000 Euro zusammen an geldwertem Einsatz.

Dabei legen die Helfer Wert darauf, dass sie professionellen Firmen keine Konkurrenz machen wollen. Es sei bei ihren Einsätzen immer wichtiger, dass es persönliche Kontakte gebe, die intensiver werden, je öfter man helfe.

Hans-Joachim Voigt etwa fährt regelmäßig eine Person zur Tafel, wenn Lebensmittel ausgegeben werden. Sie hätte sonst keine Möglichkeit, dorthin zu gelangen. Fahrten zum Arzt dauern häufig bis zu eineinhalb, zwei Stunden, da ist Geduld gefragt.

Ganz umsonst sind die Hilfen nicht: pro Stunden werden 2 Euro eingefordert, pro Kilometer 30 Cent. Das wird über den Verein abgerechnet.

Aber wegen des Geldes ist keiner der Helfer aktiv. Sie sehen vielmehr die Notwendigkeit und sind überzeigt, vieles zurück zu bekommen. Die Dankbarkeit für die Hilfe ist groß und motiviert.

Übrigens: Nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen können die Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie sie nötig haben. 
Kontakt: Ansprechpartner, auch für alle, die Interesse haben mitzumachen, ist der Verein Mach-Mit e.V., zurzeit untergebracht im früheren Ev. Gemeindezentrum in der Fritzlarer Straße 26, neu „F26“, Tel. 05603/91695910, www.machmit-gudensberg.eu

Quelle: HNA

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