Helfer pressten über drei Tonnen Äpfel beim Kelterfest in Treysa aus

Für Verpackung zuständig: Bitta Jäckel und Peter Aussner füllten die Sechs-Liter-Tüten.

Bereits morgens um neun Uhr rollte das Saftmobil aus Gudensberg vor das Gemeindehaus zum Kelterfest der Evangelischen Kirchengemeinde Franz-von-Roques.

Die mobile Saftpresse bildete den Mittelpunkt des Tages. Teilnehmer des Stadtgespräches schütteten die in den Wochen zuvor gepflückten Äpfel auf das Sortierbrett, im Laufe des Tages kamen Jugendliche aus der Arche und eine Gruppe der Jugendhilfe Hephata zur Unterstützung.

Während Senior Kurt Dönges die großen Säcke aufnestelte, sortierten Marie-Sophie Diehl, Erik Bayer und Erik Euler mit wachsamen Augen und flinken Händen die angestoßenen und verfaulten Äpfel aus, bevor die guten Exemplare ins Wasser plumpsten. Bereits beim Pflücken hatten die Jugendlichen die Älteren unterstützt.

„Die Idee für das Projekt entstand beim Stadtgespräch“, sagte Erwachsenenbildnerin Melanie Nöll. Rüstige Senioren wollten ihren nicht mehr so gelenkigen Altersgenossen bei der Apfelernte helfen. „Doch wir bekamen so viele Hilfeanfragen, dass wir weitere Helfer gesucht und gefunden haben“, berichtete Nöll. „So ist aus dem Senioren- ein Intergenerationenprojekt entstanden“, sagte sie.

„Aus dem Senioren- ist ein Intergenerationenprojekt entstanden“

Der für die Seniorenarbeit der Gemeinde zuständige Pfarrer Dierk Glitzenhirn bezeichnete das „Stadtgespräch“ als „Frühstückskonferenz“, die das Leben in Treysa kritisch begleite. „Ältere Menschen werden in das Leben in der Stadt eingebunden und suchen bei Problemen eine Lösung“, erläuterte Glitzenhirn. Daher stehe auch die Hausmeisterin Melanie Nöll mit einem Teil ihrer Arbeitszeit dafür zur Verfügung und sei mit der Ausrichtung des Kelterfestes beauftragt worden.

3,2 Tonnen Äpfel

Insgesamt verarbeiteten die vielen Helfer 3,2 Tonnen Äpfel unterschiedlicher Sorten, die bunt gemischt ins Wasser fielen. Nach dem Waschen zerkleinerte die mobile Saftpresse die Äpfel. Anna Blume an der eigentlichen Pressstation verteilte die Apfelstücke auf Bleche und presste sie aus. Der gewonnene Saft floss in den Ofen und Britta Jäckel und Peter Aussner füllten den heißen Saft in so genannte Bag-in-Box Behälter, eine Kombination aus einem recycelbaren Beutel und stabilen Pappkarton.

Kaum abgefüllt, trugen die Jugendlichen die Fünf-Liter-Kartons in den Gemeindesaal, wo sie direkt verkauft wurden. Der Gewinn ist für die Gemeindearbeit bestimmt. Die Bilanz am Ende des Tages waren 494 Kartons mit insgesamt 2470 Litern frischem Apfelsaft.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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