125 Jahre Brauerei Haaß: Empfang im Braustübchen

Schwalmbräu schmeckt – daraus machte Bürgermeister Dr. Gerald Näser am Samstag keinen Hehl. Ganz im Gegenteil: „Wenn ich zehn Kisten pro Jahr im Keller habe, sind davon mindestens neun aus der Brauerei Haaß.“

Damit sorgte der Rathauschef für den ersten, bei weitem aber nicht einzigen Lacher beim Empfang im Braustübchen.

Dorthin hatte die Familie Haaß Gesellschafter, Freunde, Vertreter aus anderen Brauereien und der heimischen Wirtschaft eingeladen, um auf das 125-jährige Bestehen des Traditionsunternehmens anzustoßen. In gemütlicher Runde wurde so manche Anekdote zum Besten gegeben, wurde über Bier im Allgemeinen und Schwalmbräu im Speziellen geplaudert.

                       * „Wir erleben heute den seltenen Moment, dass alle sechs Gesellschafter in einem Raum sind“, erklärte Eckhard Haaß. „Es waren mal mehrere Dutzend – als die Zeiten nicht so rosig waren.“ Der Braumeister, der die Geschicke in vierter Generation lenkt, erklärte mit Blick auf Vater Friedrich Haaß, dass es vor allem den Altvorderen zu verdanken sei, dass der Betrieb in all den Jahren wirtschaftlich „nicht ins Schlingern“ gekommen sei. Die Familie habe stets eng beieinander gestanden: „Dabei haben die Gattinnen ihren Männern immer den Rücken frei gehalten, dafür gebührt ihnen spezieller Dank“, sagte Haaß. In erster Linie seien es aber auch die Kunden, die sich als treu erwiesen hätten. Seit 1920 verkaufte etwa die Gastwirtschaft Steller Schwalmbräu, seit 1922 sei die Familie zudem Gesellschafter. „Ohne ein gutes Team geht es gar nicht. Wir haben bei den Mitarbeitern so gut wie keine Fluktuation und können auf viel Erfahrung zurück greifen“, stellte der Unternehmer klar.

Dass besonders die Wirte treue Seelen sind, bewies Elfriede Bierwirth (86) aus Ottrau. Sie ist eine der ältesten Wirtinnen der Region und steht bis heute hinterm Tresen – die Gastwirtschaft der Familie am Bahnhof besteht seit 1907. Dass sie dem Treeser Bier treu bleibt, verstehe sich von selbst. Hartwig Haaß, Cousin von Friedrich Haaß, lobte das Engagement: „In der Familie war sich nie jemand zu schade, ordentlich mit anzupacken, ohne Wenn und Aber. Das ist das Erfolgsgeheimnis“, erklärte er. Bürgermeister Näser pflichtete ihm bei: „Der Betrieb ist sympathisch. Ihr versteht das Brauen als Gemeinschaftsaufgabe.“

Für die Gewerbeverein Treysa und Ziegenhain erklärte Bernd Gundlach: „Für das, was ihr bietet – nämlich Service und Persönlichkeit – gibt’s eben noch keine App.“    

Quelle: HNA

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