Axel Kirchner bietet jetzt in der Rolle des Scharfrichters Themenführungen an

Mit dem Henker auf Tour

Geschichten aus der düsteren Vergangenheit: Henker Radolf (Axel Kirchner) führt durch die Fritzlarer Altstadt. Foto: Zerhau

Fritzlar. Mucksmäuschenstill war es, als der Henker Radolf im Wehrgang des Grauen Turms in Fritzlar aus der düsteren Vergangenheit der Stadt erzählte. 90 Minuten lang zog der Henker seine 48 Zuhörer in seinen Bann.

Der Mann, der mit seiner Themenführung durch die Altstadt jetzt Premiere feierte, heißt in Wirklichkeit weder Radolf, noch ist er Henker. Hinter dem Kostüm steckt Axel Kirchner, ehemaliger Hausmeister der Ursulinenschule.

Start am Grauen Turm

Mit solch einer großen Resonanz habe er bei der ersten Henker-Führung nicht gerechnet, sagte Kirchner. Die Themenführungen werden von der Stadtführergilde Fritzlar angeboten.

Zum Start gab Radolf eine Einführung auf dem Wehrgang vom Grauen Turm gleich neben dem ehemaligen Henkerhaus. Danach führte sie zum Frauenturm, weiter zum Patrizierhaus und zum Rathaus. Nach einem Rundgang durch die Rosengasse ging es wieder zurück zum Grauen Turm.

Auf die Idee, den Henker bei den Themenführungen zu spielen, kam Axel Kirchner im vergangenen Frühjahr, als er sich mit der Geschichte der Dom- und Kaiserstadt beschäftigte. Das Wissen um die Historie benötigt er als Stadtführer, denn die Teilnehmer lauschen nicht nur den Schilderungen, sondern stellen Fragen zu allen möglichen Themen und Details.

Bei seinen Recherchen stieß Kirchner darauf, dass neben Bürgermeister, Krämern und Handwerkern auch ein Henker in der Stadtgeschichte auftauchte. Irgendwann hatte sich der Stadtführer mit der Figur des Henkers angefreundet und beschloss, bei den Führungen in diese Rolle zu schlüpfen, die es bis dato in der Stadtführergilde noch nicht gab.

Anfangs hatte Radolf richtig Fracksausen, erzählt er. Der Puls ging hoch, als er das erste Mal vor so vielen Menschen über die Arbeit des Fritzlarer Henkers erzählte.

Aber mit jeder Minute wurde er ruhiger, und zum Schluss gab sein Spiel so, als ob er tatsächlich im Mittelalter mit dabei gewesen wäre. Die Besucher jedenfalls fanden es spannend und applaudierten dankbar für den authentischen Vortrag. ARTIKEL RECHTS

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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