Rechtsstreit um Kündigung einer Mitarbeiterin

Hephata: Neues Verfahren vor dem Arbeitsgericht

Fritzlar/Treysa. Der Gerichtsstreit um die Kündigung von Annemarie Fießler geht in die nächste Runde. Am Donnerstag geht es vor dem Arbeitsgericht in Kassel um die zweite Kündigung. Diese hatte Hephata gegen die langjährige Leiterin der Sozialpsychiatrie in Fritzlar ausgesprochen.

Die erste Kündigung hatte das Gericht bereits im Juli vergangenen Jahres für ungültig erklärte. Fießler hatte kurz vor Weihnachten 2012 die Kündigung erhalten. Unter anderem war der Fritzlarerin Arbeitszeitbetrug vorgeworfen worden.

Fießlers Anwalt Sven Feuerhahn schätzt die Chancen vor Gericht gut ein. Die zweite Kündigung sei noch weniger stichhaltig als die erste, glaubt der Rechtsanwalt aus Göttingen.

Verfahren: Donnerstag, 9. Januar, 10 Uhr, Arbeitsgericht Kassel, Saal 405 (4. Stock), Ständeplatz 19.

Ein weiterer Punkt des Verfahrens vor dem Arbeitsgericht ist eine Unterlassungsklage gegen Barbara Eschen, damals theologische Direktorin in Hephata. In einer Pressemitteilung des Diakoniezentrums war behauptet worden, Fießler habe schriftlich versichert, nach der Kündigung keinen Kontakt mit Bewohnern der Sozialpsychiatrie aufzunehmen, das dann aber doch getan.

Hephata behauptet inzwischen nicht mehr, dass es eine solche Vereinbarung gab. Er fordere aber eine Unterlassungserklärung, weil der Vorwurf seiner Mandantin geschadet habe, sagt Feuerhahn.

In Fritzlar hatte sich nach der Entlassung Fießlers, die im gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst der Fritzlarer Kindertagesstätte Kinderarche und der Hephata-Sozialpsychiatrie bekannt geworden war, ein Unterstützerkreis gebildet. Mit offenen Briefen und anderen Aktionen hatte er sich für die Fritzlarerin eingesetzt.

Nach Angaben von Anwalt Feuerhahn endete mit der zweiten Kündigung die Vergütung Fießlers durch Hephata. „Sie wartet auf ihre Stelle“, sagte der Anwalt. Zurzeit sei sie in geringem Umfang berufstätig. Es gehe ihr immer noch schlecht, weil sie sich ungerecht behandelt fühle.

Im Verfahren um die erste Kündigung ist Hephata in Berufung gegangen. Nach Feuerhahns Angaben wird der Fall 13. Juni erneut verhandelt, dann vor dem Landesarbeitsgericht in Frankfurt.  Das Verfahren in Kassel: Donnerstag, 9. Januar, 10 Uhr, Arbeitsgericht Kassel, Saal 405 (4. Stock), Ständeplatz 19.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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