Diakoniezentrum in der Kritik:

Hephata weist anonyme Vorwürfe zurück

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Wagen des Hephata-Pflegedienstes in der Wagnergasse Treysa. Kündigungen und hoher Krankenstand dünnen das Team nach HNA-Informationen aus.

Schwalmstadt - Erneut Gegenwind für das Hessische Diakoniezentrum Hephata. Nach dem Protest des Eltern-Stammtisches wegen Mängeln in der Betreuung Behinderter hat sich nun ein Kreis gebildet, der die Arbeitsbedingungen bei der Tochtergesellschaft „Hephata Soziale Dienste und Einrichtungen“ kritisiert.

Dazu hat der anonyme Kreis ein seitenlanges Schreiben verfasst. Aus Sorge vor Repressalien wurde es anonym über eine Willingshäuser Anwaltskanzlei verschickt, und zwar nach Angaben eines Sprechers an den HSDE-Geschäftsführer, an Vorstand und Aufsichtsrat von Hephata und an die Evangelische Landeskirche. Das war Mitte Dezember. Weil es keine Reaktion gegeben habe, gehe man nunmehr den Schritt in die Öffentlichkeit.

Angekommen ist der Brief beim Hephata-Vorstand. Auf HNA-Nachfrage hieß es: „Mit der Veröffentlichung dieses Briefes soll der Geschäftsführer offenbar vor breitem Publikum diffamiert werden. Dagegen verwahren wir uns mit aller Entschiedenheit“, so Hephata-Direktor Klaus Dieter Horchem. Grundsätzlich sei der Hephata-Vorstand immer bereit, mit Kritik offen umzugehen. Da die Vorwürfe anonym geäußert wurden, sei leider ein direkter Dialog nicht möglich, „Vorwürfe gegen Personen [...] in der Öffentlichkeit zu diskutieren, ist nicht der richtige Weg“.

Nach Informationen unserer Zeitung umfasst der runde Tisch 20 Personen, darunter gerichtliche Betreuer und HSDE-Mitarbeiter. Von Missmanagement und Not auch der Klienten ist die Rede. Täglich gehen nach Angaben des runden Tisches Beschwerden ein, die Rede ist von „Kapitalismus in reinster Form“, chronischer Personalunterbesetzung, hoher Fluktuation und hohem Krankenstand. 2013 seien über 70 Mitarbeiter entlassen worden oder hätten gekündigt.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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