Beseitigung kostet Zeit und Geld

Herkulesstaude macht sich im Landkreis breit

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Die Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau: Schön, aber gefährlich.

Schwalm-Eder. Die Herkulesstaude ist eine gefährliche Schönheit. Die gebietsfremde Pflanze breitet sich im Revier der Forstämter Melsungen und Jesberg aus und bedroht die biologische Vielfalt.

Kaum bekannt ist, dass sie auch den Menschen Schaden zufügen kann. Ihr Pflanzensaft führt in Verbindung mit Sonnenlicht zu Hautreaktionen, die schweren Verbrennungen mit kleineren Brandblasen ähneln.

„Hauptsächlich deshalb gehen wir gegen die Pflanze vor“, sagt Juliane Bieling vom Forstamt Jesberg. Das koste Geld und Zeit: „Im Sommer haben wir in den Naturschutzgebieten fast nichts anderes gemacht“.

Auch das Forstamt Melsungen bekämpft die Herkulesstaude. „Die Beseitigung kostet uns jährlich etwa 500 bis 1000 Euro“, berichtet Christian-Peter Foet, Leiter des Forstamtes Melsungen.

Ein großes Problem stellt laut Juliane Bieling auch das Indische Springkraut dar: „Dort, wo es wächst, wächst meist nichts anderes mehr, und es ist kaum zu bekämpfen“, beklagt sie.

Um der rasch wachsenden Bedrohung durch invasive Arten Herr zu werden, hat die Europäische Kommission neue Rechtsvorschriften vorgeschlagen. Erwerb, Einfuhr, Freisetzung und Verkauf von 50 ausgewählten Arten sollen in der Europäischen Union verboten werden. Die Mitgliedsstaaten werden in die Erstellung der Liste der Arten eingebunden und können Empfehlungen aussprechen. Die vorgeschlagene Verordnung wird derzeit vom Rat und vom Parlament geprüft.

Foet wertet die Initiative der Europäischen Kommission positiv, „besonders im Hinblick auf Arten, die keine natürlichen Feinde haben.“ Auch Bieling begrüßt sie: „Für die bestehenden Probleme kommt sie zwar zu spät, aber sie verhindert in der Zukunft vielleicht Schlimmeres.“

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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