Familie Süßmann schenkt Stadtgeschichtlichem Arbeitskreis historischen Buchbestand

Herkunft nicht vergessen

Bei der Übergabe: Bernd Raubert, Georg Herche, Pit, Gundula und Hans-Eckhardt Süßmann, Archivar Günther Schmidt, Anneliese Süßmann sowie Burkhard und Lydia Amrhein (von links). Foto: Rose

Treysa. Der Stadtgeschichtliche Arbeitskreis in Treysa ist um einen historischen Schatz reicher: Am Donnerstag empfingen der Vorsitzende Bernd Raubert und die Mitglieder die Enkelkinder des 1949 verstorbenen Dr. Wilhelm Süßmann. Der gebürtige Florshainer, der später in Südwest-Deutschland lebte, hatte sich Zeit seines Lebens eine umfangreiche Bibliothek aufgebaut. 108 Werke aus drei Jahrhunderten haben die Enkel Pit und Hans-Eckhardt Süßmann jetzt dem Stadtgeschichtlichen Arbeitskreis geschenkt. Das älteste Exemplar stammt aus dem Jahre 1751.

Den Kontakt zu den Enkeln Süßmanns stellte Mitglied Georg Herche her. Er ist mit der Familie verwandt. Die Bücher stammen aus einer umfangreichen Sammlung: „Dr. Wilhelm Süßmann hat selbst Abhandlungen und Aufsätze zur Geschichte der Schwalm verfasst und veröffentlicht“, erläuterte Raubert.

Aus Südafrika angereist

„Wir alle wissen, Geschichte hat viele Ebenen, viele Aspekte und Geschichte lebt. Sie verändert sich auch mit der Zeit, einerseits durch das Finden neuer Quellen und Erkenntnisse, andererseits durch die Interpretation des Lesers in seiner Zeit“, sagte Pit Süßmann (63), der mit seiner Frau Gundula extra aus Südafrika angereist war.

Bruder Hans-Eckhardt Süßmann war aus Immenstaad am Bodensee in die Schwalm gekommen. Auch die Florshainer Verwandtschaft war bei der Schenkung zugegen: Anneliese Süßmann sowie Burkhard und Lydia Amrhein. Pit Süßmann lobte die vielfältigen Aktivitäten des Arbeitskreises, gleichwohl machte er deutlich, welche Motivation hinter der Schenkung steckt: „Für mich ist eine nicht manipulierte und freie Presse genauso wichtig wie objektive und systematische und detaillierte Geschichtsdarstellung und Analyse.“ Die behutsame Interpretation und passionierte, ehrliche Weitergabe an die junge Generation sei ein moralisches Muss.

Sicherlich gehe es bei all den Arbeiten um die Sammlung von Quellen, um das Studium, die Aufarbeitung und Darstellung. Genauso wichtig sei aber, beim modernen Leser Interesse zu wecken und ihm Hintergründe näher zu bringen. „Falls wir diese Hintergründe vergessen oder nicht kennen, dann kennen wir unsere eigene Herkunft nicht. Ich mag auch sagen dürfen, dann kennen wir uns in einer gewissen Weise selbst nicht“, erklärte Süßmann. Faktum sei, dass all die gute Arbeit des Arbeitskreises ohne gute Quellen nicht denkbar sei.

Fundus zugänglich machen

Diese Sammlung gelte es zu bewahren: „Der Fundus soll zugänglich sein und dadurch weiter leben“, wünschte sich Pit Süßmann. Bernd Raubert versprach, dass die Mitglieder des Arbeitskreises die Bücher sichten, einordnen, digital erfassen und für die Benutzung aufbereiten. „Denn nur wer die eigene Geschichte kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft meistern.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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