Heroin im Schokoriegel: Schmuggelversuch im Ziegenhainer Gefängnis

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Haftstrafe: Der 34-jährige muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Marburg/Schwalmstadt. 20 Jahre lang finanzierte sich der Angeklagte seinen Lebensunterhalt und seine Drogensucht durch Drogenhandel. Vor dem Landgericht Marburg ging es auch um seinen Versuch, Heroin in die JVA Schwalmstadt zu bringen.

Gewerbsmäßiger Handel mit Betäubungsmittel: Deshalb muss ein 34-jähriger aus dem Kreis Bergstraße für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Zwei Jahre davon wird er zur Entgiftung und Therapie seiner eigenen Rauschgiftabhängigkeit in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt verbringen. Darüber hinaus muss der Gelegenheitsarbeiter einen Wertersatz in Höhe von 6000 Euro für die von ihm verkauften Drogen an die Staatskasse leisten.

Damit folgte Richter Dr. Carsten Paul (Landgericht Marburg) weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die vier Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung hatte dreieinhalb Jahre Gefängnis beantragt.

In der Anklageschrift wurde dem Mann vorgeworfen, von Mitte 2012 bis Mai 2013 in 33 Fällen Betäubungsmittel erworben und verkauft zu haben, um damit seinen Lebensunterhalt und seinen eigenen Rauschgiftkonsum zu finanzieren. Der 34-Jährige, der nach eigenen Angaben seit seinem 14. Lebensjahr abhängig ist, hatte seine Kunden fast immer telefonisch kontaktiert, nach Überwachung seiner sechs Handys durch die Kriminalpolizei bis zu 30 Mal am Tag.

Danach hatte er sich mit seinen Kunden in Marburg getroffen und die Rauschgiftplomben, die Cannabis oder Heroin im Wert von rund 20 Euro enthielten, übergeben. Dabei waren die Plomben in selbstgedrehten Zigaretten versteckt, zudem hatte er seine Unterhose mit einer eingenähten Tasche präpariert und auch dort Rauschgiftplomben deponiert.

Einem im Ziegenhainer Gefängnis einsitzenden Häftling hatte der Angeklagte zudem versprochen, ihn mit Rauschgift versorgen zu wollen. Heroin und Rauschgifttabletten wollte er in einem Schokoriegel versteckt an der Besuchskontrolle vorbeischmuggeln. Die Aktion flog jedoch nach der Telefonüberwachung auf.

Festgenommen wurde der 34-Jährige im Mai 2013 beim Verkauf einer größeren Menge Cannabis. Vor Gericht war der Mann in vollem Umfang geständig, was strafmildernd gewertet wurde. Strafverschärfend wirkte sich jedoch die immer noch andauernde Rauschgiftsucht des Mannes aus. Alle Entgiftungs- und Entziehungsversuche hatte er in der Vergangenheit abgebrochen. Eine Ärztin empfahl deswegen eine Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Auch das lange Vorstrafenregister mit 15 Eintragungen schlug sich negativ nieder.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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