Willi Nickel (69) engagiert sich seit 51 Jahren für den Fußball in der Schwalm

Ein Herz für Amateure

Ein Leben für den Sport: Der gebürtige Großropperhäuser Willi Nickel (69) setzt sich seit 51 Jahren für den Fußball in der Schwalm ein, unter anderem beim Tuspo Ziegenhain und beim 1. FC Schwalmstadt. Foto: Rose

Ziegenhain. In der Schwalm gibt es nur wenige Namen, die so eng mit dem Fußball verknüpft werden wie der von Willi Nickel. Seit mehr als fünf Jahrzehnten schlägt das Herz des gebürtigen Großropperhäusers für den Sport. „Ich schaue schon mal Bundesliga, aber richtige Begeisterung empfinde ich nur bei den Amateuren. Da wird noch mit Seele gespielt“, sagt der 69-Jährige.

Anfang Mai hat Willi Nickel die Entscheidung getroffen, sich bei den Neuwahlen des 1. FC Schwalmstadt nicht mehr als Abteilungsleiter für die Senioren aufstellen zu lassen, aus gesundheitlichen und privaten Gründen. „Mit der sportlichen Entwicklung hat das absolut nichts zu tun. Das möchte ich deutlich klar stellen“, erklärt Nickel, der seit 51 Jahren eng mit dem Fußball in der Region verbunden ist.

In verschiedenen Funktionen war er im TSV Großropperhausen, im Tuspo Ziegenhain und dem 1. FC ehrenamtlich tätig. Willi Nickel kennt sie alle, von den Bambinis bis zur Hessenliga: „Ich kenne die Nöte der Vereine sehr genau“, sagt er. Der Alters- und Strukturwandel, aber auch das Regelwerk, das kleinen Vereinen auferlegt werde, erschwere die Arbeit. Nickel selbst spielte in der A-Jugend: „Aber ich war mäßig talentiert und habe schnell begriffen, dass ich für Funktionärs-Aufgaben besser geeignet war.“

Unterstützung durch Familie

Anfang der 1980er-Jahre brachte sich Nickel dann immer intensiver im Tuspo ein. „Ich wohne 500 Meter Luftlinie vom Stadion entfernt“, sagt er und lächelt. „Meine Frau war immer Feuer und Flamme. Am Wochenende ging es mit Kind und Kegel auf den Sportplatz.“ Gern erinnert sich Nickel an die Hochzeit der Schwälmer Vereine, zwischen 1980 und 1990. Schrecksbach und Ziegenhain spielten in der Hessenliga. „Wenn man sich damals ins Auto gesetzt hat, musste man nur bis Schrecksbach fahren, um einen Spieler zu finden, der in der Oberliga spielen konnte. Heute muss man da wesentlich weiter fahren“, verdeutlicht Nickel.

Das „Geschäft Fußball“ sieht der Ziegenhainer nüchterner: „Die Verbände sind nicht amateurfreundlich, der Kostenfaktor steigt permanent.“ Wenn er an seine Aufgaben zurück denkt, sagt er schlicht: „Ich war Mädchen für alles. Wenn keiner da war, auch mal Stadionsprecher.“

Einige Größen hat der 69-Jährige kennen gelernt. Etwa Jürgen Klopp beim Freundschaftsspiel gegen Mainz oder Christoph Daum und Reiner „Calli“ Calmund. „Bei einem Tag für Ehrenamtler traf ich den altehrwürdigen Egidius Braun.“ Leuchtende Auge bekommt Nickel aber nur bei seinem Heimatverein: „Es war manches Mal hochdramatisch, etwa als Schwalmstadt 2010 den Klassenerhalt schaffte. Aber es gab auch Momente, da hab ich mich in den Heizungskeller gesetzt.“

Dabei brachte die Schwalm Talente wie Tobias Damm, der bei Mainz 05 spielte, hervor: „Da sagte der Kommentator, Damm sei aus Schwalmstadt – wo immer das auch liege.“ Dem Schwälmer Fußball wird Willi Nickel auch weiter treu bleiben: „Aber ohne den Druck, da sein zu müssen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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