Georg Dippel tauschte vor 20 Jahren sein Grundstück gegen eine intakte Flora

Georg Dippel: Ein Herz für die Bäume

Setzte sich für den Erhalt des Baumbestandes im Bereich alter Sportplatz, Lehmenkaute ein: Georg Dippel (85) aus Treysa unter den vor 20 Jahren gepflanzten Kastanien. Foto: Heist

Treysa. Die Natur und der Erhalt alter Bäume liegen ihm am Herzen: Georg Dippel (85), ehemaliger Landwirt und einstiger Betreiber eines Langholzfuhrunternehmens aus Treysa, setzte sich erfolgreich für die Wiederbepflanzung des Bereichs alter Sportplatz Lehmenkaute ein. Vor 20 Jahren schloss der Treysaer Rentner mit der Stadt Schwalmstadt einen Vertrag, der auf dem städtischen Grundstück die Anpflanzung von 35 neuen Bäumen zur Folge hatte.

Im Bereich alter Sportplatz Lehmenkaute seien im Laufe der Jahre immer mehr Bäume gefällt worden, erinnert sich Dippel. Es habe sich dabei um kranke Bäume gehandelt, wie im Falle einer alten, vom Ulmensplintkäferbefall zerstörten Ulme. Die Stadt habe jedoch keine neuen Bäume gepflanzt.

Vorschlag an Bürgermeister

Das ärgerte den Anwohner Dippel. „Es tat mir weh. Ich bin hier groß geworden und habe als Kind dort gespielt“, sagt der 85-Jährige wehmütig. Daraufhin habe er sich an den damaligen Bürgermeister Gerd-Friedrich Huck gewandt und ihm einen Vorschlag unterbreitet, der von diesem positiv aufgenommen worden sei.

Dippel schlug vor, seine als Ackerland nutzbare Wiese „Grünland, In der Aue“ (bei Ascherode) der Stadt zu übergeben. Auf den auf 9000 DM geschätzten Wert des 4077 Quadratmeter großen Grundstückes verzichtete er. Im Gegenzug verpflichtete sich die Stadt dazu, für diesen Betrag im Jahr 1992 neue Bäume auf dem städtischen Grundstück alter Sportplatz Lehmenkaute anzupflanzen.

„Es tat mir weh. Ich bin hier groß geworden und habe als Kind dort gespielt“

Georg Dippel über das Baumsterben

Ein Bepflanzungsplan wurde von der Stadt erstellt. Dieser sah die Anpflanzung von vier Kastanien, sechs Eichen, drei Linden, 20 Haselnussbäumen, einer Robinie und einer Blutbuche mit einem Wert von 7860 DM vor. Die Blutbuche pflanzten die Treysaer Kirmesburschen. Alle anderen Bäume pflanzte die Stadt.

Wenn Dippel heute vom Balkon seines Hauses blickt, genießt er die Aussicht ins Grüne, auf einen Baumbestand, zu dessen Erhalt er maßgeblich beigetragen hat. Gerne unternimmt der Treysaer Rentner Spaziergänge zum alten Sportplatz Lehmenkaute. Er freut sich über die nun beinahe 20 Jahre alten Bäume. „Dass die Bäume so gut gewachsen sind, macht mich glücklich“, sagt er.

Die Wiese, die Dippel der Stadt Schwalmstadt 1991 übertrug, ist heute ein Biotop. (zhk)

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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