Kabarettistin Anka Zink kommt nach Gudensberg

Interview: "Als Komikerin steht man mitten zwischen den Menschen"

Kabarettistin Anka Zink

Gudensberg. Die Kölner Kabarettistin Anka Zink kommt am 19. April mit ihrem Programm „Wellness für alle" in das Bürgerhaus nach Gudensberg. Im HNA-Interview verrät die Frohnatur, wie viel Komik im vermeintlich Selbstverständlichen steckt.

Zwischen Wohlfühl-Programmen und Kalorie-Zähl-Apps findet die Komikerin und Buchautorin Zeit, ihre Erfahrungen im deutschen Wellness-Dschungel mit ihren Mitmenschen zu teilen. Im HNA-Interview verrät die Frohnatur, wie viel Komik im vermeintlich Selbstverständlichen steckt.

Frau Zink, Sie werden am 19. April ihr Kabarett „Wellness für alle“ in Gudensberg vorstellen. Was können Ihre Gäste da auf der Bühne erwarten?

Anka Zink: Auf jeden Fall ein gutes Unterhaltungsprogramm, in dem sie einen ganz besonderen Einblick über den Zusammenhang von Kalorien und Wohlbefinden bekommen werden.

Studiert haben Sie Soziologie, sind dann aber Kabarettistin geworden. Haben Sie etwas aus Ihrer Zeit vor der Bühne mitgenommen?

Zink:  Eigentlich habe ich mich nicht weit von meinem Berufsbild entfernt, denn was man als Kabarettist macht, machen auch Soziologen. Das ist im Wesentlichen die sogenannte „teilnehmende Beobachtung“ des menschlichen Verhaltens. Als Komikerin steht man wie der Verhaltensforscher mitten zwischen den Menschen, die man für seinen Beruf beobachtet.

Bedienen Sie sich vieler solcher Beobachtungen für Ihr Bühnenprogramm? 

Zink:  Ja, ich fokussiere mich dabei stets auf einen bestimmten Aspekt eines Themas. In „Wellness für alle“ ist es zum Beispiel die Tatsache, dass sich Menschen zunehmend von den klassischen weltanschaulichen Orientierungen, wie zum Beispiel Religion oder Politik, entfernen, aber trotzdem gerne irgendwo dazugehören wollen. Da kommen dann neue Bewegungen auf wie „Bio“ oder „Felxitarier“ oder „Mein Körper ist mein Tempel“.

Was sind denn Flexitarier?

Zink: Leute, die sich total flexibel überlegen, ob sie Fleisch mögen oder nicht. Früher nannte man sie einfach „wählerisch“ (lacht). Wir Kabarettisten arbeiten wie Zeitzeugen, wir beschreiben Trends der Geschichte, nur eben überspitzt. Beispiel: Wir alle machen furchtbare Sachen mit in der Mode. Da muss man sich auch zurücklehnen können und eingestehen: Ja, breite Schultern habe ich auch getragen.

Sind Ihre Shows deshalb so amüsant, weil Ihre Zuschauer viele Ihrer Beispiele aus eigener Erfahrung kennen?

Zink: Ja, gut möglich (lacht). Ich unterhalte mich bei meinen Auftritten gerne mit meinen Gästen und biete einen Perspektivwechsel auf das Bekannte an. Ich freue mich immer, wenn es gut bei den Zuschauern ankommt.

Ihr neuestes Programm heißt: „Sexy ist etwas anderes. Fummeln war früher, heute ist twittern.“ Wie ist Ihnen die Idee dazu gekommen? 

Zink: Ich fand es interessant, wie der Mensch mit der ganzen neuen Technik umgeht. Wenn sich Eltern heutzutage streiten, müssten sie nicht nur ihre Kinder aus dem Raum bitten, sondern auch den Fernseher. Der hört nämlich auch zu. Überall sind Kameras eingebaut. Aber nicht das Internet oder die Technik verändert uns, sondern wie wir die Geräte, all die Apps und die sozialen Netzwerke nutzen. Es ist schon witzig, wie sie unseren Lebensstil prägen.

• „Wellness für alle“ mit der Kabarettistin Anka Zink, Sonntag, 19. April, 18 Uhr, Bürgerhaus Gudensberg, Eintritt: 18 Euro, Abendkasse 20 Euro, Karten über den HNA-Kartenservice, im Bürgerbüro und unter www.adticket.de

• Das Kabarettprogramm, das die Veranstalterin Frauke Stehl in Kassel und Gudensberg vorbereitet hat, geht am 7. Mai im Kasseler theaterstübchen weiter. Dort tritt die preisgekrönte Kabarettistin und Sängerin Nessi Tausendschön zusammen mit Gitarrist und Komiker William Mackenzie auf (20 Uhr). Für den Herbst angekündigt ist Max Uthoff, der am 11. Dezember im Gudensberger Bürgerhaus gastiert.

Quelle: HNA

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