Edith Hossbachs näht kuschelige Bären - Jeder hat eigenen Charakter

Auch das Zubehör passt: Teddy liest Teddy-Kind vor.

Heimarshausen. Einen Knopf im Ohr haben sie zwar nicht, dafür aber jede Menge Liebe - und die steckt im Detail. Hunderte Plüsch-Bären hat Edith Hossbach in den Jahren geschneidert.

Vom mundgeblasenen Glasauge bis zur handgestickten Nase sind ihre Lieblinge den berühmten Vorbildern aus der legendären Manufaktur Steiff wie aus dem Gesicht geschnitten.

Ihre Leidenschaft für Meister Petz hat sie während ihrer Arbeit in der Freizeit- und Beschäftigungstherapie einer Klinik entdeckt, wo vor etwa 20 Jahren neben Weben, Malen und Knüpfen auch die Herstellung von Bären für Abwechslung sorgte. „Die ersten Exemplare waren noch echte Krücken und weit von den Originalen entfernt, aber mit der Zeit wurden sie immer schöner und ich hatte schnell mein Herz an sie verloren“, sagt Hossbach.

Vieles hat sie sich selbst beigebracht, Detailwissen in Workshops und Weiterbildungen erworben. Sogar die Steiff-Manufaktur in Giengen an der Brenz hat sie besucht, lange bevor Margarethe Steiff durch den gleichnamigen Kinofilm in aller Munde war. „Ihre Arbeit hat mich schon immer fasziniert“, sagt die Heimarshäuser Bären-Mama.

„Die ersten Exemplare waren noch echte Krücken und weit von den Originalen entfernt.“

Und doch arbeitet sie anders als ihr großes Vorbild. Während die Steiff-Bären noch heute mithilfe von Nähmaschinen zum Leben erweckt werden, näht Hossbach alles von Hand. Den Mohair- oder Kaschmirstoff als Pelz bezieht sie direkt vom deutschen Hersteller Schulte-Mohair, der auch für das kuschelige Fell der Steiff-Bären verantwortlich ist.

An die 15 bis 20 Stunden Arbeit stecken in einem knuddeligen Bären. Die Schnittbögen müssen dann aber schon vorliegen. Ab und an wandelt sie die aber auch ab, wenn der Teddy einen besonders dicken Bauch oder eine breitere Nase haben soll. Die Füllungen sind aus Schafswolle oder Bastelwatte, ganz exklusive Exemplare können durch ein doppeltes Halsgelenk sogar um die Ecke gucken.

So wie ihr Liebling Friedolin. Der schaut dabei besonders putzig drein, auf die Gestaltung der Gesichter legt Hossbach nämlich besonders viel Wert. „Nase und Augen machen den Charakter eines Bären aus“, wie auch Kleidung und kleine Accessoires, die sie allerdings ganz dezent einsetzt, denn: „Ein Bär soll auch Bär bleiben.“

So hat sie Wanderer Jan ein Miniatur-Brot gebacken und in den Wanderrucksack gepackt, einem anderen eine Lesebrille aufgesetzt und ein kleines Buch in die Arme gelegt.

Zwischen 30 und 40 Euro kostet allein das Material der haarigen Freunde. Die liebevollen Details, mit denen Hossbach ihre Bären veredelt, die sind aber unbezahlbar und machen jedes Exemplar zum Original. Auch ohne Knopf im Ohr.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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