100 Jahre TSV Wasenberg: Fußball, Tischtennis und Gymnastik sind Dauerbrenner

Herz schlug für Faustball

Nachwuchskicker: Manfred Talajew mit Kindern des Kindergartens Wasenberg. Foto: Rose

Wasenberg. In Städten und Dörfern der Schwalm regierte nach dem Ersten Weltkrieg „König Fußball“: In Wasenberg eroberte jedoch der Faustball die Herzen eines ganzen Dorfes. Nachlesen kann man das in der Chronik des TSV Wasenberg. Am Wochenende blickt der 320 Mitglieder starke Sportverein auf 100 Jahre Geschichte zurück.

Der Wasenberger Johann Heinrich Schneider machte Faustball in der Schwalm populär: Er hatte den Sport, der dem Volleyball ähnelt, in englischer Kriegsgefangenschaft kennen gelernt. Der Aufstieg der Faustballer war legendär. Mannschaft und Betreuer wurden am Ortseingang von großen Menschenmengen und einer Blaskapelle empfangen. Viele Spieler fielen jedoch im Zweiten Weltkrieg, so dass 1948 die Jugend die Fahne der Faustballer hoch halten musste.

Die Jungen etablierten sich und holten Titel in Serie. Die Hessischen Nachrichten titelten, dass die „fünf wackeren Wasenberger“ an den deutschen Meisterschaften in Stuttgart teilnehmen würden.

Die größten Erfolge fuhren die Sportler Mitte der 60er-Jahre ein, gespielt wurde Faustball bis Mitte der 80er-Jahre. Eine wichtige Sparte ist seit 40 Jahren auch die Gymnastik: Gauturnwart Heinrich Wiegand animierte die Wasenberger zu den Übungsstunden – zunächst im Feuerwehrgerätehaus, später in der Gaststätte Heinmöller. Mit der Anschaffung von Gymnastikbällen, -reifen- und -keulen kamen die Damen ordentlich in Schwung.

Tischtennis war neu

Die Frauen stellten in den 80er- und 90er-Jahren ihre Fitness beim Gymnastikabzeichen und dem Deutschen Sportabzeichen unter Beweis. Ebenfalls ab 1971 wird in Wasenberg dem Sport an der grünen Platte gefrönt: Tischtennis. Die Erfolgsgeschichte hält bis heute an. Die Wasenberger konnten viele Meisterschaften und Pokalsiege nach Hause holen.

Seit 90 Jahren liegt der Fokus auf König Fußball. Für Furore sorgten die Wasenberger 1950 im Schwalmpokal. Im Schwalm-Bote war zu lesen: „Riesenüberraschung im Schwälmer Fußball“. Der TSV siegte vor 800 Zuschauern gegen Treysa und wurde Pokalsieger. Ein weiterer großer Wurf gelang in der Spielserie 79/80.

Der TSV stieg in die Bezirksliga auf. Auch in der aktuellen Spielserie kann sich die Leistung der Kicker sehen lassen: Die Wasenberger haben den Meistertitel in der Kreisliga A2 geholt.

Beständig ist auch der Vorstand. Manfred Talajew ist seit 1981 Vorsitzender und sagt: „Die Bereitschaft, sich im Bereich Betreuung zu engagieren, ist gering. Dafür ist der Verwaltungsaufwand für Vereine enorm geworden.“

Nachteile für kleine Vereine

Insbesondere kleine Vereine würden vom hessischen Fußballverband benachteiligt. Wie sich der Fußball im Verein verändert hat, das soll eine Ausstellung zeigen, die Talajew vorbereitet hat. Fotos, aber vor allem Kleidungsstücke, sind pünktlich zum Jubiläum im Vereinsheim zu sehen. HINTERGRUND

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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