Herz für Sport und die Politik

Georg Weppler wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

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Nahm die Ehrung vor: Europastaatssekretär Mark Weinmeister überreichte Georg Weppler das Bundesverdienstkreuz am Bande. Foto: Rose

Schwalmstadt. Was Georg Weppler (90) sagt, hat Gewicht: Das wissen nicht nur die Ascheröder, die ihn noch aus Kindertagen kennen. Auch Gerhard Hosemann bestätigt: „Du warst ein Lehr- und Zuchtmeister." Was ein wenig burschikos klingt, ist jedoch hochachtungsvoll und bewundernd gemeint.

Denn Georg Weppler hat sich sein Leben lang für die Belange seiner Mitmenschen eingesetzt - überwiegend im sportlichen und kommunalpolitischen Bereich. Am Freitag wurde Weppler von Europastaatssekretär Mark Weinmeister mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

„Die Liste aller Ehrenämter kann wohl keiner wirklich vervollständigen“, war auch Landtagsabgeordnete Regine Müller überzeugt. Weinmeister und Bürgermeister Dr. Gerald Näser mühten sich jedoch nach Kräften, eifrig unterstützt von den Gästen.

Georg Weppler lernte auf der Zeche in Frielendorf den Beruf des Maschinenschlossers. Ab 1952 engagierte sich der Ascheröder in der Kommunalpolitik, war unter anderem Gemeindevertreter in Ascherode, später in Schwalmstadt Stadtverordneter sowie Mitglied des Magistrats. Als Ortsvorsteher lenkte er von 1974 bis 1981 die Geschicke seines Heimatortes.

Als Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereines vertritt Weppler noch heute in der AG 60 Plus die Werte der Sozialdemokraten. „Hier kümmert er sich um die Arbeit und zählt zu den Senioren, die auch im hohen Alter lebhaft Anteil nehmen an der Entwicklung in Stadt und Land“, sagte Weinmeister. Weiterhin arbeitete der Ascheröder in Ausschüssen und Kommissionen mit. Das sportliche Herz von Weppler schlägt seit jeher für den Fußball, er ist Gründungsmitglied des Sportvereins und arbeitete viele Jahre im Vorstand: Vorsitzender Manfred Dirlam verlas einige Zeilen aus der Versammlung von 1947.

„Ich höre gern die Geschichten, wie ihr Erde für den künftigen Sportplatz abgetragen habt und staune noch heute, dass ihr trotz der schwierigen Bedingungen damals einen Spielbetrieb hingekriegt habt“, sagte er. Für den Knüllgebirgsvereins Treysa sprach Gerhard Hosemann seinen Dank aus. Weppler trieb heimatkundliche Projekte voran, übernahm die Aufgabe des Wegewartes und wirkte beim Ausbau des „Ruhlandpfades“ mit.

Darüber hinaus war er von 1954 bis 1974 ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Marburg und von 1985 bis 1988 Schöffe am Amtsgericht in Schwalmstadt.

Für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte ihn Johann Müller aus Allendorf. „Ich habe heute das gute Gefühl, dass die Auszeichnung den richtigen Träger gefunden hat“, erklärte Näser. Regine Müller wünschte sich: „Mögen sich andere ein Beispiel daran nehmen.“ Georg Weppler lächelte spitzbübisch und sagte schlicht: „Prost.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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