Wirte haben sich im Dehoga-Kreisverband Schwalm-Eder zusammen geschlossen

Herzblut für die Zukunft

Gründungsversammlung im Hotel Hassia: Als neuen Vorsitzenden wählten die Gastronomen aus dem Schwalm-Eder-Kreis Georg Rockensüß aus Allendorf ( rechts). Fotos:  Rose

Frielendorf. Die Mitglieder aus vormals vier Vereinen haben sich zum Dehoga (Hotel- und Gaststättenverband) Kreisverband Schwalm-Eder zusammen geschlossen: Dazu trafen sich die Gastronomen am Montag im Hotel Hassia in Frielendorf.

Zum Vorsitzenden wurde Georg Rockensüß (Allendorf) gewählt, ihm zur Seite stehen im Vorstand Heinrich Landesfeind (Malsfeld), Theresia Liebermann (Seigertshausen), Hartmut Siegmann (Malsfeld), Claudia Lange-Kurzeknabe (Kerstenhausen) und Erwin Siebert (Lingelbach). Zudem wurden Beisitzer aus allen vorherigen Altkreisen gewählt, die künftige Aufgaben in den jeweiligen Regionen übernehmen sollen. „Ich erhoffe mir, dass der neue Vorstand gut zusammen arbeitet“, sagte Rockensüß.

Begleitet und wohlwollend aufgenommen wurde die Fusion auch von Gerald Kink, dem Präsidenten des Dehoga Hessen. „Wirte brauchen besonders im ländlichen Bereich ein stärkeres Bewusstsein für die Branche“, erklärte Kink. Nach einer umfassenden Strukturreform sehe sich der Verband als moderner Dienstleister, der seine Mitglieder in vielen Belangen unterstütze, unter anderem durch Rechtsberatung und Mediation oder bei Fragen zur Unternehmensnachfolge sowie der Betriebswirtschaft.

Gasthaus als Kulturgut

Zudem halte der Verband als Stellschraube Kontakt zur Politik. In Zukunft werde es vor allem darum gehen, zu sensibilisieren: „Gasthöfe sind enorm wichtig für die Infrastruktur. Was nutzt ein Wanderweg ohne Ziel, die Möglichkeit einer Einkehr?“, verdeutlichte der Präsident. Beim Branchentag im Juli in Kassel stehe das Thema „Gasthaussterben – Ende eines Kulturgutes“ auf der Agenda. Unter dem Motto „Gasthaus trifft Rathaus“ wolle man stärker in den Dialog mit Verantwortlichen aus Gemeinden und Kommunen gehen. „Das ist eine echte Herausforderung.“ Als weiteres Thema nannte Kink die Nachfolgesituation vieler Betriebe: „Junge Leute schreckt nicht nur das wirtschaftliche Risiko. Speziell in der Gastronomie ist eine enorme Einsatzbereitschaft gefragt.“ Grundvoraussetzung für den Beruf müsse sein, anderen Menschen eine Freude machen zu wollen. Dass sich die Gastronomie-Landschaft im ländlichen Raum verändere, könne der Verband vermutlich nicht aufhalten, aber zumindest „abdämpfen“.

Neue Konzepte seien nötig, um Kollegen zu motivieren „mit Freude und einem vernünftigen betriebswirtschaftlichen Ergebnis“ weiter zu machen. Dass sich der Gasthof als Kulturgut zurück bilde, bedauert Kink: „Was einmal weg ist, kommt auch nicht mehr zurück. Aber jeder Gastwirt, der seine Sache mit Herzblut macht, Regionalität lebt und Produkte zeitgemäß präsentiert, dem prophezeie ich eine stabile Zukunft.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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