Im Herzen der Armut: Sally Strutwolf aus Niedenstein arbeitet in Ruanda

Gegensätze: Im Stadtzentrum Kigalis wird viel gebaut.

Niedenstein/Kigali. Sally Strutwolf sticht aus der Masse heraus. Mit ihren langen blonden Haaren fällt die 19-Jährige in Ruandas Hauptstadt Kigali auf. Die Niedensteinerin arbeitet für die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) an einer Schule für Kinder mit Behinderung.

Sie assistiert den Lehrern im Unterricht und betreut die Kinder in den Pausen. „Wir spielen, lernen Englisch und kuscheln“, sagt die aufgeweckte junge Frau. Derzeit kann sie von den Kindern noch mehr lernen als umgekehrt: „Die Kinder sprechen hauptsächlich die Landessprache Kinyarwanda. Ohne die Unterstützung meiner Kollegen würde das alles noch gar nicht funktionieren“, sagt sie.

Blutige Unruhen

Angst hatte sie nicht, in eines der ärmsten Länder der Welt zu gehen. Ein bisschen mulmig war ihr aber schon: Denn Ruanda war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Schauplatz grausamer und blutiger Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi.

Auch wenn sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert habe, sei die Armut und das Leid allgegenwärtig, sagt Sally Strutwolf.

Das Stadtzentrum gleiche einer wohlhabenden europäischen Stadt, an jeder Ecke werde gebaut, aber umgeben sei dies von riesigen Slums. „60 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze.“

Buntes Viertel

Dennoch seien die Menschen erstaunlich fröhlich: „Einer der schönsten und belebtesten Stadtteile ist Nyamirambo, in dem ich lebe. Nyamirambo ist ein buntes muslimisches Viertel und an jeder Ecke wird frisches Obst und Gemüse verkauft.“ Zu jeder Tages- und Nachtzeit seien dort Menschen auf der Straße - doch ein großer Unterschied zum Niedensteiner Ortsteil Wichdorf.

Sally Strutwolf ist über die Organisation Westwärts als Freiwillige bei der GIZ tätig. Für ihr Schulprojekt „Centre Amizero“ sucht sie Unterstützung: „Leider ist die Schule spärlich ausgestattet. Die Wände sind dreckig, Stühle, Tische, Fenster und Türen kaputt und es sind kaum Materialien zur abwechslungsreichen Unterrichtsgestaltung vorhanden“, sagt die 19-Jährige. Außerdem fehle es an Geld für Schulessen. Eine Mahlzeit könnten die Kinder aber immer gut vertragen.

Für 50 Cent könne man den Kindern eine Schale Reis mit Bohnen anbieten, eine sättigende Tasse Porridge koste noch weniger. Sally Strutwolf hat deshalb ein Spendenkonto eingerichtet: • Spendenkonto: Sally Strutwolf/Ruanda bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder, Kontonummer: 1145020762, Bankleitzahl: 52052154

Quelle: HNA

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