Schwerste angeborene Herzkrankheit überhaupt

Herzkranke Emily benötigt wahrscheinlich ein Spenderherz

Zu Hause: Jeannie Meyer mit ihren Töchtern, von links Nele, Emily und Ronja.

Melsungen. Emily-Hope benötigt wohl ein zweites Herz. Das acht Monate alte Baby leidet am Hypoplastischen Linksherz-Syndrom, der schwersten angeborenen Herzkrankheit überhaupt.

Ende April bekam Emily die zweite von drei lebenswichtigen Operationen (wir berichteten). Wir haben die Heimkehr von Emily zum Anlass genommen, bei der Familie nachzufragen. Obwohl sie die Operation im Kinderherzzentrum in Kiel gut überstanden hat, gab es Komplikationen. „Emily ist derzeit überhaupt nicht belastbar“, sagt Mutter Jeannie Meyer aus Schwarzenberg. Der wichtigste Termin im Leben der Familie Meyer ist der 18. August. Dann werden sie erfahren, ob Emily mit weiteren Operationen zu helfen ist oder ob die letzte Möglichkeit tatsächlich eine Transplantation ist.

Emily wiegt derzeit 6350 Gramm und wird künstlich ernährt. „Wir geben ihr gelegentlich Brei, für Emily ist vieles, was wir für selbstverständlich nehmen, belastend“, sagt Jeannie Meyer.

Aber ihre gute Laune und ihr fröhliches Lachen habe sie in all den Wochen nicht verloren. „Wir sind auch so froh, wieder zu Hause und als Familie vereint zu sein.

Seit Anfang März waren Mutter und Tochter in Kiel. Emily musste über die 6000-Gramm-Grenze kommen, um operiert zu werden. Wegen einer plötzlichen Komplikation musste sie dann am 27. April operiert werden. Emily leidet seit Geburt auch an einer Trikuspidalklappen-Insuffizienz. Die Trikuspidalklappe ist die Herzklappe zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer.

Wenn die klappe nicht richtig schließt, spricht man von einer Insuffizienz. Die Schließfunktion setzte bei Emily aus, das Ärzteteam entschloss sich, die zweite geplante Operation vorzuziehen und mitzumachen. Allerdings gab es nicht den erhofften und gewünschten Effekt. Emilys rechte Herzseite ist stark vergrößert. Sie sei aber immerhin derzeit nicht am Überwachungsmonitor angeschlossen. Auch die Sauerstoffsättigung des Blutes sei zufriedenstellend, sagt Jeannie.

In den kommenden Wochen werde man hoffen, hoffen und hoffen.

Zum Hintergrund: Die Wartezeit für eine Herztransplantation bei kleineren Kindern betrug laut Online-Lexikon Wikipedia im Jahr 2006 in Deutschland etwa 180 bis 200 Tage. Fünf Prozent der Kinder sterben in den ersten vier Wochen nach der Operation. Menschen mit einem fremden Herz müssen ihr Leben lang ihr Immunsystem unterdrücken, um eine Abstoßungsreaktion des Körpers zu vermeiden. Seit 1985 werden Herzen auch bei Kindern transplantiert.

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Quelle: HNA

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