Heßlarer klagen

Heßlarer klagen: Baustellenverkehr von A7 beschädigt Straßen

Risse im Asphalt: Die Straßen in Heßlar ächzen unter der Last der Baustellenfahrzeuge (kleines Bild). Anwohner Otto Wagner und Ortsvorsteher Thomas Claus (von links) begutachten die Schäden, hier in der Melgershäuser Straße. Fotos: Féaux de Lacroix (3) , privat (1)

Heßlar. An manchen Tagen geht es um sieben Uhr los. Im 20-Minuten-Takt rollen die Lkw durch die engen Straßen von Heßlar - bis in die Abendstunden hinein. Nun klagen die Anwohner: Der Verkehr produziert nicht nur Lärm, sondern beschädigt auch die Straßen - völlig unklar ist, wer dafür aufkommt.

Sie fahren zur Großbaustelle an der Autobahn 7: Dort wird die Helterbachtalbrücke neu gebaut. „Wenn sie kommen, dann kommen sie mit Macht“, sagt Heßlars Ortsvorsteher Thomas Claus.

Bevor die Bauarbeiten an der Helterbachtalbrücke begannen, war es in Heßlar ruhig. Wobei ruhig ein relativer Begriff ist - das Rauschen der Autobahn 7 ist permanent zu hören. Daran haben sich die Heßlarer gewöhnt. An den Lkw-Verkehr vor der Haustür noch nicht.

Die Lastwagen fahren auch am Haus von Otto Wagner an der Melgershäuser Straße vorbei. „Wir sehen ja ein, dass die Lastwagen fahren müssen“, sagt der 76-Jährige. „Wenn sie nur langsamer fahren würden.“ Kopfschüttelnd zeigt er auf den Bürgersteig vor seinem Haus: Dort sind deutlich Reifenspuren zu erkennen. Weil die Straßen zu schmal sind, müssen die Lastwagen häufig auf Gehwege und Wiesen ausweichen, vor allem dann, wenn sich zwei von ihnen entgegenkommen.

Heßlars Straßen sind nicht für Lastwagen ausgelegt. Sie sind nicht nur zu schmal, sondern auch zu instabil. „Darunter ist Treibsand“, erklärt Ortsvorsteher Claus. Unzählige Risse ziehen sich bereits durch den Asphalt. „Im Sommer wird der Asphalt warm, da wird das noch schlimmer“, prophezeit Claus.

Nach dem Ende der Bauarbeiten müsste die Straße abgefräst und neu gedeckt werden, meint der Ortsvorsteher. „Wir wollen nicht, dass die Felsberger für eine Straße zahlen, die andere kaputtgefahren haben“, sagt Claus.

Nach Angaben von Hessen Mobil ist bisher nicht geklärt, wer für die Reparatur der Straßen aufkommen muss. Wenn nötig, werde es hierzu Gespräche mit dem Schwalm-Eder-Kreis und der Stadt Felsberg geben, kündigte Pressesprecher Horst Sinemus an.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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