– Nassenerfurth stimmte gegen ihn

Borkens Bürgermeister Heßler geht mit 63 Prozent in fünfte Amtszeit

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Gratulation für eine weitere Amtszeit: Bernd Heßler bleibt Bürgermeister von Borken. Auf unserem Bild gratuliert Sonja Lehmann.

Borken. Es war ein langer Wahlabend im Borkener Rathaus, bis feststand: Der alte Bürgermeister ist auch der neue Bürgermeister. Bernd Heßler wurde mit 63 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt und kann im Oktober in seine fünfte und letzte Amtszeit als Borkener Rathauschef starten.

Erst kurz nach 21.30 Uhr war Heßler mit seiner Frau Renate im Rathaus aufgetaucht, nachdem ihm das Endergebnis telefonisch mitgeteilt worden war. Besonders lang hatte die Auszählung der beiden Briefwahlbezirke gedauert, weil um die 2000 Wähler die Möglichkeit zur Abstimmung per Brief genutzt hatten. Insgesamt hatten 5868 Borkener gewählt.

Bürgermeister sehr zufrieden

„63 Prozent sind für mich ein herausragendes Ergebnis“, sagte Heßler in einer kurzen Ansprache vor Mitarbeitern und Besuchern im Rathaus. Die Stadt Borken habe sich profiliert, besonders auch mit einem fairen Wahlkampf. Heßler lobte ausdrücklich das gute Klima in der Stadtverordnetenversammlung.

Lob für Bernd Heßler gab es wiederum in kurzen Reden von Parteifreunden. „Bei Heßler heißt es: Aller guten Dinge sind fünf“, sagte Vizelandrat Winfried Becker mit Blick auf die Zahl der Amtsperioden.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke hatte Stunden im Rathaus ausgeharrt und nebenbei die Entwicklungen bei den Landtagswahlen verfolgt. Franke gab dem Borkener Rathauschef ein Zitat seines Vaters mit auf den Weg. Alt-Landrat August Franke, habe immer gesagt: „Der Heßler ist in Ordnung, nur ein bisschen wild.“

Im Übrigen, so Franke weiter, müsse man Bürgermeisterjahre wegen der Anstrengung mal sieben nehmen, wisse er aus eigener Erfahrung. Würde dieses Rechenexempel stimmen, käme Heßler bereits jetzt auf 168 Dienstjahre.

Mehrere Redner erinnerten an den Strukturwandel nach dem verheerenden Grubenunglück in Stolzenbach im Jahr 1988, den Borken unter Heßlers Führung bewältigt habe. Ein knappes Jahr zuvor hatte Heßler erst das Bürgermeisteramt übernommen.

Der Bürgermeister schloss seine Antrittsworte gestern mit dem Satz: „Keine langen Reden mehr: Die Arbeit fängt an.“

Ein Wermutstropfen für den Amtsinhaber dürfte das Ergebnis im Stadtteil Nassenerfurth sein. Dort stimmten mehr Menschen gegen den Bürgermeister (54,8 %) als für ihn (45,2%).

Nassenerfurth gilt als FWG-Hochburg. Eine Rolle dürfte auch gespielt haben, dass dort die Debatte um die Anliegergebühren für die Kläranlagen besonders scharf geführt wurde.

Quelle: HNA

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