Klosterspiele Merxhausen gehen in neue Saison – Karten für Premiere noch zu haben

Heute startet der Glöckner

Buckel und Auge sitzen: Nach einer Stunde in der Maske hat sich Jan Dzierzenga in Quasimodo verwandelt. Fotos:  Hoffmann

Merxhausen. Nur noch wenige Stunden bis zur Premiere von „Der Glöckner von Notre Dame“. Die Kathedrale steht, ist sieben Meter hoch und voll bespielbar. Beeindruckend sieht sie aus, obwohl an der Fassade noch fleißig gepinselt wird. „Die Farben der Rosette brauchen noch ein paar Schlagschatten“, sagt Christina Winkens, die genau weiß, was sie tut. Sie ist gelernte Glasmalerin und Gestalterin im Handwerk, ein echter Glücksgriff für die Klosterspiele Merxhausen.

Während sie zum ersten Mal auf der Freilichtbühne Theaterluft schnuppert, sind viele der Anderen schon lange Jahre dabei. Die Erfahrung kann dennoch nicht verhindern, dass kurz vor Beginn der Spielzeit 2012 noch längst nicht alles sitzt. Der Ton bereitet Probleme. Das Glockengeläut, das Hildegard Brabsche von oben aus der Technik einspielen soll, ist einfach nicht zu hören. Nicht verzagen, einfach weitermachen, die Theatermacher hängen in der Zeit. „Der Regen der letzten Tage hat uns ganz schön zu schaffen gemacht“, sagt Brabsche. „Wir haben unser Probensoll noch nicht ganz erfüllt.“

Darum steigt der Wiener Theaterprofi Günter Treptow mit seinen Darstellern auch direkt in die Bordellszene ein, als die Tonanlage wieder funktioniert. Die Szene ist am Tag zuvor ins Wasser gefallen und bedarf einer Extraprobe. Ganz sicher ist sich der Regisseur noch nicht, ob sie tatsächlich durch Glocken, oder doch lieber durch Fanfaren eingeleitet werden soll. Kleinigkeiten, die bis zur Premiere entschieden sein wollen. Techniker versorgen parallel die Scheinwerfer mit Strom, damit bei den Abendvorstellungen alle Darsteller im rechten Licht stehen. Auch die Mikrofone samt Sender müssen noch eingestellt werden, schließlich sollen auch die Zuschauer in den letzten Reihen alles mitbekommen.

In der Maske freut sich das Schminkteam währenddessen über jede Minute mehr, immerhin wollen 45 Spieler bühnentauglich hergerichtet werden. Drei Stunden sind dafür eingeplant, ein Großteil allein für Jan Dzierzenga. Seine Verwandlung in Quasimodo braucht etwa eine Stunde, das entstellte Gesicht mit verformtem Auge ist eine echte Herausforderung. Stress pur an allen Ecken und Enden für die Mitglieder der Klosterspiele. Stress, den sie gerne in Kauf nehmen.

Denn sie wissen genau: Wenn Schirmherr Uwe Brückmann, Landesdirektor des LWV Hessen, heute Abend die Spielzeit eröffnet hat, werden alle Anstrengungen der langen Vorbereitungszeit vergessen sein.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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