Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisierte Exkursion mit Heinz Stübing

„Hier ist immer was los“

Aufmerksame Beobachter: Heinz Stübing (Mitte) erklärte, welche Vögel in der Schwalm zu sehen sind, links Organisator Karl Heinz Kreyling. Foto: Rose

Niedergrenzebach. Was fliegt denn da? Dieser Frage gingen am Samstag Teilnehmer einer vogelkundlichen Exkursion durch die Schwalm-auen auf den Grund. Organisiert worden war die etwa zweistündige Wanderung mit Start in Niedergrenzebach von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – der sehr aktiven Gruppe aus Neukirchen unter der Regie von Karl Heinz Kreyling.

Geleitet wurde die Exkursion vom Vogelexperten Heinz Stübing (Ziegenhain), der für unsere Zeitung gemeinsam mit seinem Sohn Stefan auch die monatliche HNA-Kolumne „Was fliegt denn da?“ verfasst.

„In Zeiten des Klimawandels kommen auch immer wieder Arten in die Schwalm, die es früher hier nicht gab“, erklärte Stübing.

Konstant beobachten könne man zur Vogelzugzeit etwa den Kiebitz. Aus der Runde kam auch die Frage nach dem Amselsterben, das sich bislang wohl noch auf den Südwesten Deutschlands beschränkt: „Wir haben hier in der Schwalm noch keine tote Amsel gehabt“, erläuterte der Experte.

Schweres Jahr für Amseln

Generell sei das Jahr 2012 ein „dämliches“ Jahr für Amseln gewesen: Das erste Gelege sei häufig wegen der starken Trockenheit verloren gegangen, während des zweiten und dritten Geleges seien die Vögel schon voll mit der Mauser beschäftigt gewesen. Klar sei wohl aber, dass das Virus von Mücken übertragen werde. Stübing empfahl: „Beobachten Sie im Winter Amseln an ihrem Futterhäuschen. Weicht die Anzahl der Vögel stark von der im Vorjahr ab, könnte das ein Indiz sein.“

Die Schwalm mit ihrer Auenlandschaft sei durch ihre Lage im Nordsüdgrabenbruch eine vogelkundlich hochinteressante Gegend: „Hier ist immer was los“, sagte Heinz Stübing. Regelmäßig zu sehen sind unter anderem Kraniche. Sie gehören zu den so genannten Sichtziehern: „Das bedeutet, dass sie sich im Flug an unter ihnen liegenden Punkten orientieren.“ Tiere, die ihr Gelege verloren hätten, zögen üblicherweise zuerst. Anders sei dies bei Störchen: Hier zögen die Jungstörche schon Wochen vor den Eltern gen Süden. „Aber nur, weil Störche ihre Zugroute quasi schon genetisch drauf haben.“

Europäische Entenarten

Gespannt machte die Gruppe am Storchenteich Station, der im Jahr 1981 als Folge des Populationseinbruches bei den Weißstörchen angelegt wurde: „Hier tummelt sich an Enten alles, was Rang und Namen hat“, erklärte Stübing. Jetzt gab es leider nur einen Bussard zu sehen. Neben allen europäischen Entenarten zeigten sich am Teich aber auch gelegentlich Zooflüchtlinge, so der Experte. Mit festen Schritten und Ferngläsern im Anschlag zog die Gruppe munter weiter Richtung Loshausen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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