Magazine des Regionalmuseums Wolfhager Land: Exponate vom Uralt-Radio bis zur versteinerten Saurierfährte

Hier wartet so manches Schätzchen

Kein Folterinstrument: Museumsleiter Dr. Jürgen Römer mit einer Trockenhaube aus den 1950er-Jahren.

Wolfhagen. Das Chaos hat System. Aber eines, dass sich nur den Museumsmitarbeitern erschließt. In den beiden Magazinräumen des Regionalmuseums Wolfhager Land sind die deckenhohen Regale gestopft voll mit Kisten, Kästen, Kartons. In denen ist Gesuchtes und Gesammeltes nach Themen oder Ähnlichkeiten von Form und Zeit vorsortiert. Neben den Kartons sind Schüsseln gestapelt, türmen sich Tiegel, Töpfe und allerei Gerätschaften. Radios, die bessere Tage erlebt haben, schweigen sich an.

Museumsleiter Dr. Jürgen Römer regiert in den viel zu kleinen Depots für nicht Ausgestelltes und nicht Ausstellbares. Er kennt sich aus zwischen angestaubten Blechschildern, dem guten Dutzend Flachsbrechen und den versteinerten Saurierfährten. „Hier wartet noch so manches Schätzchen.“

Schätzchen ja, aber keine Schätze, die man in einen Tresor stecken oder in gesicherte Vitrinen stellen müsste. Manche der Exponate seien zwar von Wert, aber nicht wertvoll, sagt Römer: „Das Magazin ist nicht die Schatztruhe des Museums.“

Abfall sind die vielen Stücke minderen Werts aber nicht - auch wenn der Museumsleiter gerne einige loswerden würde, die nichts mit dem Wolfhager Land zu tun haben. Doch ausmustern darf er nicht, allenfalls an ein Fachmuseum weitergeben. Denn: „Ein Museum soll nicht nur ausstellen, sondern hat auch den Auftrag, zu sammeln und zu wahren für die Zukunft.“ Das gilt natürlich insbesondere für die paläontologischen Funde aus der Dino-Zeit, wichtige Stücke, die der Forschung zur Verfügung stehen müssen. Aber auch die alten Radios, die einmal für eine Sonderausstellung, die es nie gab, gehortet wurden, und die martialisch anmutende Trockenhaube aus den 1950er-Jahren zählen zu bewahrenwerten öffentlichen Kulturgütern, die „bis zum jüngsten Tag hier ruhen werden“.

Wieviele Exponate auf den 40, 50 Quadratmetern der beiden wegen durchgehender Heizungsrohre für die oberen Etagen der Zehntscheune relativ gut klimatisierten Magazinräume („Wir bräuchten mindestens doppelt oder dreimal so viel Platz“) lagern, weiß Römer nicht aufs Stück genau - mehrere hundert, an die tausend? Die Inventarisierung ist noch nicht abgeschlossen. Und wird es wohl nie sein, da immer wieder etwas neues Altes in die Pappkartons und auf die Regale wandert.

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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