Neues Projekt soll den Bedarf und Angebote erfassen und Lücken schließen

Hilfe für Alleinerziehende

Nicht länger allein: Mehr Unterstützung für alleinerziehende Eltern soll es künftig im Landkreis geben. Dafür will sich das Projekt „Alleinerziehend- aber nicht allein“ stark machen. Fotos:: 1Yüce/1dpa

Schwalm-Eder. „Alleinerziehende können Fachkräfte sein“, sagt Manuela Reiser vom Jobcenter des Schwalm-Eder-Kreises. Männer und Frauen, die ihre Kinder alleine erziehen, seien von vielen Firmen im Landkreis aber noch nicht als Arbeitskräfte entdeckt worden. Genau das will Manuela Reiser ändern. Sie ist die Koordinatorin des Projekts „Alleinerziehend – aber nicht allein“ (siehe Hintergrund). Hilfe dabei bekommt sie von zahlreichen Projektpartnern.

„Alleinerziehende gelten oft als nicht flexibel“, nennt Reiser einen Grund dafür, warum im Landkreis über 1200 Alleinerziehende ohne Job sind. Doch nicht nur um sie gehe es in dem Projekt. „Wir wollen den Bedarf von allen Alleinerziehenden im Landkreis und die bereits vorhandenen Angebote erfassen“, sagt sie. Ziel sei es, Lücken zu erkennen und mit Partnern flächendeckende Angebote zu erarbeiten.

„Ich versuche, alle Strippen zu ziehen.“

Manuela Reiser

Eine genaue Zahl, wie viele Alleinerziehende insgesamt im Landkreis leben, kann Reiser nicht nennen. „Die in einer Beschäftigung sind, tauchen in keiner Statistik auf“, sagt sie. Und genau das macht ihre Aufgabe nicht gerade leichter, denn sie will möglichst alle erreichen. Deshalb soll es eine Infoveranstaltung geben, es werden Flyer gedruckt und in den Städten und Gemeinden ausgelegt.

Auch SMS-Nachrichten sollen verschickt werden. Künftig wird es dann eine Internetseite mit allen Angeboten für Alleinerziehende geben. „Wer auf einmal allein dasteht, hat viele Aufgaben zu bewältigen und benötigt Hilfe“, weiß Reiser.

Und das ganz unabhängig davon, ob man bereits eine Arbeit hat oder eben nicht. Doch je schneller die Betroffenen dann wieder Fuß fassen, desto eher seien sie auch für den Arbeitsmarkt verfügbar. „Das hilft dann beiden Seiten, den alleinerziehenden Arbeitnehmern und den Arbeitgebern.“

Es gibt positive Beispiele

Zwar gebe es schon einige sehr positive Beispiele, doch gerade mit Blick auf den demografischen Wandel, müssten noch mehr Arbeitgeber im Landkreis aktiv werden. „Es muss nicht jeder einen eigenen Kindergarten haben. Wenn 100 kleine Betriebe aus dem Landkreis zusammen jemanden für die Kinderbetreuung einstellen, dann könnten sie zum Beispiel eine Betreuung anbieten, falls ein alleinerziehender Mitarbeiter Überstunden machen muss.“ Doch das sei noch Zukunftsmusik.

Es wäre ein Erfolg, wenn man nicht nur in den Mittelzentren, sondern auch in den Ortsteilen Angebote für Alleinerziehende machen könne. Unterstützung erhofft sich Manuela Reiser von der Industrie- und Handelskammer, der Kreishandwerkerschaft und der Wirtschaftsförderung.

 Hintergrund

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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