Stefania Lombardo hat Sozialberatungsstelle für Italiener in Ungedanken eröffnet

Hilfe beim Papierkram

Wer Hilfe braucht, bekommt sie bei ihr: Stefania Lombardo betreibt die Sozialberatungsstelle für Italiener in Ungedanken neben ihrem Job bei der Caritas. Foto: Hildebrand

Ungedanken. Was hat das kleine Dorf Ungedanken, was auch Großstädte wie Berlin, Frankfurt oder Dortmund haben? Die Antwort: Eine Sozialberatungsstelle für Italiener von ITAL UIL. Die 31-Jährige Stefania Lombardo hat die Filiale im Fritzlarer Stadtteil kürzlich eröffnet und bietet Hilfe und Beratung im Kontakt mit den italienischen Behörden.

Doch was macht so eine Sozialberatungsstelle für Italiener, auch Patronato genannt, eigentlich genau? „Hauptsächlich erledigen wir Papiersachen“, sagt Lombardo. Als Beispiel führt sie an: „Wir helfen unter anderem bei Problemen mit der Rente, da viele in Deutschland wohnende Italiener sowohl hier als auch in Italien in die Rentenversicherung einbezahlt haben.“ ITAL UIL kümmert sich um die Sozialangelegenheiten der Italiener und ist Anlaufstelle für jegliche Art von Problemen.

Finanziert werden die Filialen von ITAL UIL durch das italienische Außenministerium, die Beratung und Hilfe ist kostenlos. In 20 deutschen Städten ist die Organisation vertreten. Neben Großstädten wie beispielsweise Frankfurt jetzt auch im kleinen Dörfchen Ungedanken.

„Viele sind mit dem Papierkram einfach überfordert.“

Stefania Lombardo

Die Geschichte, die dahintersteckt, ist kurios. Nach ihrem Sozialarbeits-Studium hat Stefania Lombardo bereits in Dortmund und Lippstadt gearbeitet, nach einem beruflichen Tapetenwechsel ist die gebürtige Dortmunderin nach Ungedanken gezogen und hat eine neue Arbeitsstelle bei der Caritas in Fritzlar begonnen.

„Irgendwie hat mir die Arbeit mit dem Papierkram dann aber doch gefehlt“, gibt sie lachend zu. „Also habe ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber vorgeschlagen, hier in Ungedanken ein ITAL-UIL-Büro zu eröffnen“, fügt sie hinzu. Gesagt, getan.

Vor kurzem feierte die Filiale, die von Lombarda noch in Eigenregie betrieben wird, Eröffnung. Doch nicht nur Italienern wird hier geholfen. Wer zum Beispiel mal in Italien gearbeitet und noch immer Anspruch auf Geld hat, ist dort an der richtigen Stelle. Ganz egal ob Deutscher, Türke oder Engländer.

Hauptsache helfen

„Mir geht es hauptsächlich darum, Menschen zu helfen“. sagt Lombardo. Denn: „Viele sind mit Papierkram einfach überfordert.“

Außerdem gebe es viele Italiener in Deutschland, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Jeden Montag und Donnerstag hat die Filiale von Lombardo von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

Die ganze Arbeit erledigt sie zusätzlich zu ihrem normalen Dienst bei der Caritas. „Ich teste die zusätzliche Belastung noch aus. Solange ich aber helfen kann, bin ich einfach glücklich“, stellt sie mit einem Lächeln fest.

Von Kevin Hildebrand

Quelle: HNA

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