Hilfe auf drei Etagen: Psychosoziales Zentrum zieht ins Fritzlarer Lioba-Haus

Er weiß nicht, wohin damit: Karl-Otto Cyriax, Geschäftsführer des Psychosozialen Zentrums Schwalm-Eder-Nord, würde das massive Spielhaus gerne in gute Hände abgeben. Es einfach zu entsorgen, wäre für ihn ein Jammer. Fotos: Laumann

Fritzlar. Der Fußboden ist herausgestemmt, die Wände sind kahl, die Heizung ist aus. Das Lioba-Haus am Fritzlarer Domplatz ist eine große Baustelle.

Bis vor einem dreiviertel Jahr haben hier Kinder gespielt, geturnt, gegessen. Erst die Jungen und Mädchen aus dem Kindergarten St. Joseph, später aus dem Malteser-Kindergarten St. Martin. Daran erinnert nur noch ein großes Spielhaus aus Holz. Karl-Otto Cyriax weiß nicht, wohin damit. Cyriax ist Geschäftsführer des Psychosozialen Zentrums Schwalm-Eder-Nord. Sein zehnköpfiges Team möchte im Sommer von der Spitzengasse in das Lioba-Haus ziehen.

Das Spielhaus ist 3,80 Meter breit und mit seiner Treppe sechs Meter lang. Es ist massiv, etwa fünf Jahre alt und für Cyriax sehr gute Schreinerarbeit. „Es zu entsorgen, wäre ein Jammer“, sagt Cyriax, der das Spielmöbel an Selbstabholer verschenken möchte.

Für das Psychosozialen Zentrum ist der Umzug ein Quantensprung. „Als wir vor 17 Jahren in die Spitzengasse gezogen sind, waren wir gerade einmal ein viertel so groß“, erklärt Cyriax. Damals hatte das Zentrum zwölf Mitarbeiter an den Standorten Melsungen und Fritzlar. Inzwischen ist mit Homberg ein dritter Standort hinzugekommen - und die Mitarbeiterzahl ist auf fast 40 angestiegen. An der Spitzengasse wurde es zu eng. Die Mitarbeiter teilen sich zu dritt ein Büro, das Haus ist nicht barrierefrei, es gibt keine Freifläche. „Das war so nicht mehr zu halten“, betont Cyriax.

Im vergangenen Jahr hat das Zentrum mit der Kirchengemeinde St. Peter einen Pachtvertrag über 50 Jahre geschlossen. Derzeit wird das Gebäude umgebaut. Im Erdgeschoss hat künftig die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle ihren Sitz. Sie soll eine niedrigschwellige Anlaufstelle sein. „Es ist die Eingangstür zu den Angeboten des Psychosozialen Zentrums“, erklärt der Geschäftsführer. Wer Hilfe benötigt, kann sich dort unverbindlich melden. Auf Wunsch auch anonym.

Ebensfalls im Erdgeschoss ist die Tagessstätte für psychisch beeinträchtigte Menschen untergebracht. Das Büro für das ambulante betreute Wohnen zieht in den ersten Stock. Neu ist die geplante Wohngemeinschaft im Dachgeschoss. Die drei Bewohner werden vom ambulanten betreuten Wohnen begleitet. Der Umbau kostet 800.000 Euro. Es gibt neben neuen Fenstern, Fußböden, Sanitäranlagen und einer Küche und einem neuen Dach auch einen Fahrstuhl.

• Kontakt: Psychosoziales Zentrum Schwalm-Eder-Nord, Tel. 05681/932720.

Quelle: HNA

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