Vogelschutzbeauftragter rät dazu, auch jetzt noch Nisthilfen zu bauen

Hilfe bei der Kinderstube

Dr. Wulf Rheinwald

Schwalm-Eder. Kaum ist das ärgste Winterwetter überstanden, beginnen die Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Der Nabu ruft deshalb dazu auf, auch jetzt noch Nisthilfen aufzuhängen.

Der Verlust an natürlichen Brut-, Nist- und Lebensstätten sei für viele Vögel ein großes Problem, sagt Dr. Wulf Rheinwald, Vogelschutzbeauftragter des Nabu aus Schwalmstadt.

Dies gelte vor allem für den Siedlungsbereich. Doch mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand könne hier Abhilfe geschaffen werden. Künstliche Nisthilfen seien ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der heimischen Vogelwelt. Fertige Kästen könnten noch bis Anfang März aufgehängt werden.

Dort wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis gelten und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, sei auch kein Platz mehr für andere Wildtiere wie Siebenschläfer, Haselmaus, Wildbiene oder Fledermaus.

Daneben böten die vom Menschen angebotenen künstlichen Nisthilfen besonders Vögeln die Möglichkeit, besser über die Runden zu kommen.

Mit einem Nistkasten könne man Meisen, Spatzen, Gartenrotschwanz und Staren ein passendes Quartier schaffen, aber auch künstliche Schwalbennester oder Steinkauzröhren aus Menschenhand könnten, erklärte der Vogelexperte.

Unbehandeltes Holz

Die wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen laute: Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden. Nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten nähmen Nist- und Quartierhilfen gerne an.

Für Insekten seien diese leicht gebaut: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Hartholz werde an einer sonnigen, windgeschützten Stelle im Garten aufgehängt und schon finden dort Bienen und Wespen ein Zuhause.

Für Fledermauskästen sei etwas mehr Aufwand erforderlich, sie könnten aber auch mehrere Jahre von den Tieren zur Aufzucht der Jungen genutzt werden.

Anleitungen zum Bau von Nistkästen gibt es auf der Webseite des Nabu: www.nabu.de. Wer selber nicht mehr in der Lage sei, Nisthilfen zu bauen, könne auf ein breites Angebot in Baumärkten und im Naturversand zurückgreifen. (red)

Quelle: HNA

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