Doris Fuchs fand im Oikos Sozialzentrum ein neues Zuhause, sie leidet an Borderline

Hilfe nach schwerer Zeit

Fühlt sich wohl: Doris Fuchs lebt in einer eigenen Wohnung im Betreuten Wohnen des Oikos Sozialzentrums. In ihren vier Wänden begann sie bereits, weihnachtlich zu schmücken. Foto: Schittelkopp

Schwalmstadt. Anfangs noch zögerlich, danach immer schneller erzählt Doris Fuchs ihren Lebensweg. Manchmal überschlagen sich ihre Gedanken, sie kommt ins Stocken. Die 64-Jährige lebt im Betreuten Wohnen des Oikos Sozialzentrums Schwalmstadt.

Im Betreuten Wohnen kommen Menschen unter, die an chronisch psychischen Erkrankungen leiden. Doris Fuchs beschrieb ihr Leben als ein Auf und Ab. Sie hat ihre Eltern nie kennengelernt, nach der Ausbildung in der Bank wurde sie krank. Die Diagnose Borderline prägt seitdem ihr Leben.

Doris Fuchs wurde mehrmals in verschiedenen Kliniken therapiert, sie begann zu trinken, ritzte sich die Arme auf und landete auf der Straße. „Das waren schwere Zeiten für mich, ich war so weit unten“, erzählt sie. Nach einer Umschulung zur Kindergärtnerin musste sie erneut in die Psychiatrie, damals war sie Anfang 30.

In einer Bad Hersfelder Klinik wurde ihr das Oikos Sozialzentrum empfohlen. „Hier konnte ich endlich Fuß fassen“, sagt die 64-Jährige. Seit sechs Jahren lebt sie mit acht weiteren Bewohnern in Treysa.

Unter den Bewohnern ist der Kontakt gut. „Wir kochen zusammen und unterhalten uns viel“, erzählt Doris Fuchs.

Diese Wohnform ist ein Teil des Oikos Sozialzentrums für chronisch psychisch Kranke. Den Tag verbringt Doris Fuchs in der Tageseinrichtung von Oikos. Stolz erzählt sie: „Ich habe mit meiner Betreuerin einen Kranz gebastelt.“

Gudrun Glaser und Lena Heder sind

Bereichsleiterinnen des Psychosozialen Zentrums. Sie koordinieren zwischen der Tageseinrichtung und dem Betreuten Wohnen. Ziel des Betreuten Wohnen ist es, psychisch kranke Menschen auf dem Weg in die Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu begleiten und zwar so lange, bis die Hilfe nicht mehr nötig ist.

„Dabei ist es möglich, individuell auf den Menschen einzugehen“, fügt Gudrun Glaser an. Denn jeder Klient, wie ihn die Oikos-Mitarbeiter nennen, brauche in einer anderen Art und Weise Hilfe. So gehen die Betreuer mit einem Patienten einkaufen, weil dieser das nicht allein erledigen kann, während sie den anderen bei Arztbesuchen begleiten.

Neben der Gemeinschaftsunterkunft, in der Doris Fuchs lebt, werden die Menschen auch Zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung betreut, erklärt Lena Heder.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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