Diakonie bietet Telefonsprechstunde zum Thema Pflege an

Wabern. Wenn jemand aus der Familie pflegebedürftig wird, haben Angehörige viele Fragen. Antworten möchte die Gemeindediakoniestation in Wabern geben.

Sie bietet ab Donnerstag ein Pflegetelefon an. Für viele Menschen ist es ein heikles Thema. Eines, das sie gerne ausblenden und weit von sich schieben. „In vielen Lebensbereichen sorgen wir vor, aber beim Thema Pflege in der Regel nicht“, sagt Doris Möller-Comtesse von der Gemeindediakoniestation Wabern.

Wenn jemand aus der Familie pflegebedürftig wird, kommen plötzlich die Fragen: Welche Pflege braucht mein Angehöriger? Welche Unterstützung kann ich bekommen? Wie gehe ich mit Demenz um? Antworten auf diese und weitere Fragen möchte die Diakonie an ihrem Pflegetelefon geben. Jeden letzten Donnerstag im Monat gibt es von 10 bis 11 Uhr unter der Telefonnummer 05683-1733 Gelegenheit, Fragen zu stellen und Probleme anzusprechen. Als Gesprächspartner stehen Geschäftsführerin Doris Möller-Comtesse und Pflegedienstleitung Swetlana Butsch bereit. Start für das Pflegetelefon ist am heutigen Donnerstag.

Doris Möller-Comtesse

„Wir bekommen immer wieder Anrufe und Fragen“, erklärt Möller-Comtesse. Diese sollen nun in der Sprechstunde gebündelt werden. Die Geschäftsführerin versteht das Pflegetelefon als niedrigschwelliges Angebot. Am Telefon falle es den Angehörigen oftmals leichter, über ihre Probleme zu sprechen, als am Tisch, wenn man sich gegenüber sitzt.

Die Geschäftsführerin geht davon aus, dass das Pflegetelefon gut angenommen wird. „Die Leute werden älter, sie brauchen länger zum Regenerieren. Wenn der Verwandte aus dem Krankenhaus kommt, ist man als Angehöriger oft überfordert“, erklärt Doris Möller-Comtesse. Zudem gebe es bei vielen Angehörigen das Bedürfnis, ihre Sorgen loszuwerden. „Viele brauchen einen Spiegel, der ihnen vorgehalten wird“, sagt sie. Viele pflegende Angehörige zögen sich mit der Zeit aus ihrem privaten Umfeld zurück, vernachlässigten Freundschaften und Hobbies. Sie glaubten, in der Familie mehr gebraucht zu werden. Auch in diesen Fällen möchten Möller-Comtesse und Swetlana Butsch Hilfestellungen geben.

Beiden sei ein unverbindliches und neutrales Gespräch wichtig. Denn auch wenn die Gemeindediakoniestation das Pflegetelefon anbietet, soll unabhängig beraten werden. „Wir wollen uns als Diakonie nicht aufdrängen“, betont Doris Möller-Comtesse.

Quelle: HNA

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