Bundeswehr und zivile Helfer übten für den Notfall auf dem Übungsplatz Hellenwarte

„Hilfe, wir stürzen ab!“

In höchster Not: Dieser Verletzte musste versorgt werden. Natürlich war das Blut bei der Übung aber nicht echt.

Fritzlar. „Hilfe, wir stürzen ab!“ Das war die letzte Meldung des Hubschrauberpiloten, dann brach der Funkkontakt ab. Zwei Helikopter waren über der Hellenwarte kollidiert – das war das Szenario einer Übung der Bundeswehr, des Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes.

Vier Soldaten des Jägerregiments 1 aus Schwarzenborn wurden mit zwei Hubschraubern vom Typ BO 105 auf den Übungsplatz Hellenwarte gebracht, um Landeplätze zu erkunden, so die Geschichte der Übung. Danach sollten sie zum Fritzlarer Flugplatz geflogen werden. Doch dabei kam es zum Zusammenstoß, und der letzten Funkspruch wurde abgegeben. In den Hubschraubern waren jeweils vier Personen, die beim Aufschlag schwer verletzt waren.

Doch in der Übung kam es schlimmer: Ein Autofahrer, der den Unfall beobachtet hatte, raste mit seinem Wagen zur Unfallstelle. Das Fahrzeug kam ins Schleudern und überschlug sich. Der Fahrer sei tot, der Beifahrer schwer verletzt, so das Szenario weiter.

Der Kontrollturm versuchte vergeblich, Funkverkehr mit den Hubschraubern zu bekommen. Dann wurde Flugunfallalarm ausgelöst.

120 Einsatzkräfte halfen mit, erläuterte Oberstleutnant Rolf Wannermüller als Einsatzleiter, unter ihnen 23 Feuerwehrmänner und 30 Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Beteiligt waren auch Soldaten des Feldjägerdienstkommandos aus Rotenburg, die das Übungsareal absperrten.

Nach dem Alarm trafen die Rettungsfahrzeuge im Minutentakt auf dem Übungsplatz ein. Schwerpunkt des Einsatzes war die Versorgung der Verletzten. Beteiligt war daran der Rettungsdienst der Bundeswehr inklusive Fliegerarzt sowie die zivilen Rettungsdienste um den Leitenden Notarzt Andreas Hettel und den Organisationsleiter Rettungsdienst, Thomas Jäger.

Stadtbrandinspektor Hartmut Hucke, der in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr die Übung ausgearbeitet hatte, fungierte als Beobachter. Auch Kreisbrandinspektor Werner Bähr nutzte die Gelegenheit, sich die militärisch-zivile Übung anzuschauen.

Ziel war es, das Zusammenspiel zu üben. Die Gelegenheit zur Zusammenarbeit ergibt sich nicht sehr oft. So gab es bei der Manöverkritik einiges anzumerken.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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