Hilfe ist weiter nötig

20 Jahre Partnerschaftsverein: Feier im August in Stolin

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Vereinsmitglieder entladen Hilfsgüter in Stolin: v. l. Klaus Bölling, Dieter Krippner, Joachim Jerosch, Waldemar Fahnenstiel und Dieter Kirchner.

Homberg. Seit 20 Jahren kümmert sich der Partnerschaftsverein Homberg-Stolin um die Menschen in der Nähe von Tschernobyl, die an den Folgen der Reaktorkatastrophe leiden. Jetzt waren die Helfer zum 27. Mal in der weißrussischen Stadt, lieferten Spenden ab und trafen Bekannte wieder.

Das Jubiläum soll im August mit einem großen Fest in Stolin gefeiert werden. Die Stoliner Kreisverwaltung will die Feier groß aufziehen und sich so für die Hilfe bedanken. Stolin habe sich in der 20jährigen Partnerschaft entwickelt, berichten die Reisenden. Aus der abgelegenen, grauen Stadt sei ein heller Ort mit modernen Menschen geworden.

In den vergangenen Jahren wurde viel erneuert und renoviert. Der Kreis Stolin ist dennoch landwirtschaftlich geprägt. Es gibt einige große Kolchosen, die als republikweite Musterkolchosen gelten.

In Stolin wird Milch in einer großen Molkerei verarbeitet, die ebenfalls grundlegend modernisiert wurde. Viele Menschen in den umliegenden Dörfern haben im Garten Gewächshäuser, in denen als guter Nebenverdienst Gurken für die Konservenindustrie angebaut werden. Die Produkte müssen allerdings auf radioaktive Rückstände der Tschernobyl-Katastrophe kontrolliert werden.

Trotz der guten Entwicklung werde die humanitäre Hilfe des Partnerschaftsvereins weiterhin benötigt. Besonders alte und kranke Menschen, Invalide und Schwerbehinderte sowie kinderreiche Familien und Waisen seien auf Unterstützung angewiesen, heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb wolle der Partnerschaftsverein mit seinen Transporten, die Partner unterstützen. Die neunköpfige Mannschaft brachte fünf Tonnen Kleidung nach Stolin, außerdem zwölf Euro-Paletten Kindernahrung, Medikamente und Inkontinenzartikel sowie zwei Paletten Papier für Kindergärten und Schulen.

Neuwertige Schultafeln waren ebenfalls an Bord, dazu einige Fahrräder, Kinderwagen und Gehhilfen. Um Missbrauch auszuschließen, werden die Hilfsartikel in Belarus staatlich registriert und müssen vom Zoll freigegeben werden.

Verteilt werden sie von unseren Partnern vom örtlichen Roten Kreuz, an die die Hilfsgüter in Stolin übergeben wurden. Eine besondere Aktion starteten dieses Jahr die Schüler der Homberger Erich-Kästner-Schule. Sie hatten kleine Päckchen mit Geschenken und einer persönlichen Botschaft für ihre weißrussischen Altersgenossen gepackt und mit auf die Reise gegeben.

Die Päckchen wurden in Stolin und im Nachbardorf Mankovichi an die Kinder verteilt, die auf der Straße getroffen wurden.

Infos und Fotos gibt es in ein paar Tagen auch vom 27. Hilfstransport- auf der Website des Partnerschaftsverein: www.homberg-stolin.de, aktuelle Infos gibt es auf Facebook: www.facebook.de/homberg-stolin.

Quelle: HNA

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