Stück über Rechtsextremismus und Toleranz

Hilflos angesichts sinnloser Gewalt

Zwei Akteure, viele Rollen: Die beiden Schauspieler Sibylle Mumenthaler (rechts) und Thomas Hof demonstrierten in ihrem Stück, wie hilflos Täter und Opfer, aber auch die Allgemeinheit angesichts von Gewalt und mangelnder Toleranz agieren. Foto: Eberlein

Gudensberg. Zwei Akteure, verschiedene Rollen, ein vieldiskutiertes Thema: Bei der „Nacht der Demokratie“ im Gudensberger Kulturhaus Synagoge drehte sich alles um den Umgang mit Gewalt und Rechtsextremismus. Das Stück, das die beiden Schauspieler Sibylle Mumenthaler und Thomas Hof zeigten, hatten sie selbst geschrieben und in Kooperation mit der Stadtjugendpflege Gudensberg auf die Bühne gebracht.

Vorgestellt wurde der Jugendliche Stefan, der auf der Anklagebank sitzt. Gemeinsam mit einigen Anderen hat er Martin zuerst betrunken gemacht, verprügelt und beschimpft, ermordet und dann verscharrt. Und warum? Weil er Jude war.

Gehört werden die Eltern von Stefan, beide hilflos in der Situation, dass ihr Sohn zur rechten Szene gehört. Ihnen gegenüber steht die Mutter des Ermordeten. Ebenso hilflos, sucht sie nach Gründen für das Geschehene. Zu Wort kommen auch Freunde der beiden Jugendlichen.

Stammtischrunde

Die beiden Schauspieler schlüpften abwechselnd in die verschiedenen Rollen. Von außen wurde das Ganze durch eine Stammtischrunde beobachtet und kommentiert. Mumenthaler und Hof verkörperten so auch die Allgemeinheit, die nicht selten natürlich alles schon im Voraus gewusst hat.

Den Außenstehenden war klar, welche Gesinnung der Angeklagte hat, wer daran schuld ist - natürlich immer die anderen und im Zweifelsfalle „die da oben“, an die man die Verantwortung so leicht abgeben kann. Die Botschaft: Hilfe ist viel zu oft ein Fremdwort, wenn es darum geht, gegen Gewalt anzukämpfen. (zen)

Quelle: HNA

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