Roter Rain: Mutter sorgt sich

Hilflos gegen die Raser in Fritzlarer Wohngebiet

Fuß vom Gas! So lautet die Forderung von Janine Pauls. Die Mutter aus Fritzlar sorgt sich um die Kinder, die am Mittelrain spielen, denn dort seien viele Raser unterwegs. Foto: Yüce

Fritzlar. Die Sorge bei Janine Pauls ist groß, deshalb hat sie sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Mutter möchte aufmerksam machen auf ein Problem, für das es eigentlich eine ganz einfache Lösung gibt: Fuß vom Gas.

Denn die Sorge, die Janine Pauls antreibt, ist die um ihre Kinder und auch um die anderen Kinder, die in der Straße Mittelrain am Roten Rain 2 in Fritzlar spielen, toben, gehen und laufen. „Es sind hier viele Raser unterwegs“, sagt Pauls. Das mitten im Wohngebiet und in einer Straße ohne Ausweichmöglichkeiten.

„Es gibt keine Gehwege und die Straße ist schmal“, sagt sie, schweigt und blickt aus ihrem Küchenfenster, von dem aus sie direkt auf die Straße blicken kann. „Es geht mir um die Kinder“, sagt sie dann nachdenklich.

Gegen das Egal-Gefühl

Weil sie das Gefühl hat, dass es so bleibt wie es ist, und dass das zur Folge haben kann, dass eines Tages ein Kind zum Opfer der Raser werden könnte, hat sich Janine Pauls entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Um gegen dieses Egal-Gefühl mancher Autofahrer vorzugehen“, erklärt die zweifache Mutter, die bald ihr drittes Kind erwartet. Janine Pauls hat zuvor schon versucht einige Hebel in Bewegung zu setzten - ohne Erfolg.

„Ich habe die Fahrer von Lieferdiensten angesprochen und sie ganz direkt gebeten, langsam zu fahren“, sagt sie. Doch die Reaktionen und Antworten machten sie sprachlos. „Es wird weiter schnell gefahren und einer der Fahrer sagte mir, dass er nicht einsehe, warum er damit anfangen solle langsamer zu fahren. Über eine solche Antwort schüttelt Janine Pauls ungläubig den Kopf.

Auch bei der Polizei hat sie schon um Unterstützung gebeten. Dort sei man freundlich gewesen, habe ihr aber auch nicht weiterhelfen können. Man könne erst reagieren, wenn etwas passiert sei, so Pauls. Und der Aufwand, ein Blitzgerät in der Straße aufzustellen sei zu groß für die Anzahl der Fahrzeuge, die dort am Tag verkehren.

Eine Antwort, die Janine Pauls nicht beruhigt und schon gar nichts an der Situation ändert. Sie setzt jetzt darauf, dass sie noch weitere Nachbarn findet, die sie dabei unterstützen, gegen Raser am Mittelrain mobil zu machen. „Wir könnten gemeinsam Hinweisschilder basteln und aufstellen. Zum Beispiel mit der Aufschrift: Gas weg, Kinder!“, sagt sie. Solche Schilder könnten vor jedem Haus stehen, in dem Kinder leben.

„In unserer Straße gibt es bestimmt 20 Kinder“, schätzt sie. Und vielleicht, so hofft sie, werden diese Schilder von den Autofahrer nicht mehr übersehen - damit nicht erst ein Unglück geschehen muss, bevor sich etwas am Verhalten der Heizer ändert.

Das sagt...

Hartmut Spogat

Mit Geschwindigkeitsmessungen sei es in der Straße Mittelrain nicht so einfach, erklärt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. Er könne die Sorge der Eltern verstehen. Doch um nach den gesetzlich vorgegebenen Regeln das Tempo zu messen, sei die Straße nicht lang genug.

Am Mittelrain gelte Schrittgeschwindigkeit und das bedeute, es dürften nur 7 bis 11 Stundenkilometer gefahren werden. Man könne nur an die Vernunft der Autofahrer appelieren. „Mehr Schilder sorgen nicht für mehr Sicherheit“, so Spogat. (may)

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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