Margitta Braun möchte erste Bürgermeisterin in Schwalmstadt werden

An ihrem Wohlfühlort: Am Kaffeebäumchen zwischen Treysa und Wasenberg spürt Margitta Braun Energie und Ruhe. Foto: Feser

Schwalmstadt. Sie hatte den Himmel überm Kopf, als sie ihrer Mutter verkündete, dass sie studieren wird. Es war beim Zwetschenpflücken und ein großer Schritt, denn Margitta Braun war Diplom-Verwaltungsfachwirtin beim Regierungspräsidium und gerade auf Lebenszeit verbeamtet.

Heute hat Margitta Braun, 57, eine eigene Praxis für Psychologische Psychotherapie in Treysa und kandidiert für das Amt der Bürgermeisterin.

Seit sechs Jahren sitzt die zweifache Mutter für die Grünen im Stadtparlament, erst war sie parteiloses Mitglied, dann trat sie doch in die Partei ein. „Schließlich wurde ich für die Grünen ins Stadtparlament gewählt.“ Außerdem liegen der Frau, die in einem Niedrigenergiehaus am Rande Treysas wohnt, grüne Themen am Herzen.

Sie sagt Nein zur A 49

Ein wichtiges Thema ist für sie der Weiterbau der A 49: Sie ist dagegen. Schließlich ist sie Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Schwalm ohne Autobahn. „Unser Kapital ist die Fläche“, sagt Margitta Braun, „und Landverbrauch können wir uns nicht leisten.“ Statt Massentierhaltung würden die Grünflächen benötigt, als Nahrung und Platz für die Tiere. Zum Thema Wertschöpfung aus der Region zählt sie auch die Energiewirtschaft, also den Rohstoffanbau als Energiequelle sowie Windräder und den Anbau von Getreide und anderen Nahrungsmitteln. Gleichwohl plädiert sie für die Bebauung des Wieragrundes und für einen Mix aus Dienstleistung, Handel, Gewerbe und Wohnen. „Unsere inhabergeführten Geschäfte sind ein großes Plus für Schwalmstadt.“

Margitta Braun liebt die Natur: „Ich brauche den Himmel überm Kopf, auch zum Nachdenken.“ Und Mala, ihre achtjährige Labrador-Mischlingshündin, braucht viel Auslauf. Weil das perfekt zusammenpasst, kommen die beiden auf den gemeinsamen Spaziergängen regelmäßig am Kaffeebäumchen vorbei, dem Naturdenkmal zwischen Treysa und Wasenberg. Es steht für ein weiteres Schwerpunktthema von Margitta Braun: die interkommunale Zusammenarbeit. „Wir sind nur zukunftsfähig durch neue Formen des Miteinanders.“ Ihr Wunsch sei es, dass die Menschen über Partei- und Ortsgrenzen hinweg gemeinsam an Projekten arbeiten, jeder nach seinen Fähigkeiten. Geduld und Beharrlichkeit zählt Margitta Braun zu ihren Fähigkeiten.

Neues Verkehrskonzept

Für Schwalmstadt wünscht sie sich außerdem ein neues Verkehrskonzept, „denn das ist der Anfang von Stadtentwicklung“. Sie wünscht sich ein Verkehrs-Leitsystem, das Parkplätze, Behörden, Hotels und Gastronomie übersichtlich und mehrfarbig darstellt. „Damit auch die Besucher unsere Schätze in der Stadt finden.“ Und künftig auch per Rad, hofft die Freizeitradlerin Braun. „Ich freue mich total, wenn Schwalmstadt endlich den Anschluss an den Schwalmradweg bekommt.“

Führte ihr Weg früher, als die Kinder noch klein waren, mit dem Rad zum Spielplatz nach Wasenberg, radelt sie jetzt auch gerne durchs Antriffttal. Oder nach Willingshausen, wo sie mit Freunden einen Nutzgarten bewirtschaftet. Auch dort hat sie dann den Himmel überm Kopf.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

Kommentare