Tonnenweise alte Räder müssen zu Beginn der Saison fachgerecht recycelt werden

Himmel für Winterreifen

Der Herr der Reifen: Gabelstaplerfahrer Uwe Gimpel ist dafür verantwortlich, dass die guten von den schlechten Reifen getrennt werden. Foto: Schittelkopp

Schwalm-Eder. Hat ein Reifen seinen Dienst getan, gibt es nur noch zwei Wege für ihn: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. So ähnlich werden auch die alten Reifen auf dem Recyclinghof von Raiffeisen sortiert.

Gerade jetzt, wenn neue Winterreifen auf die Autos kommen, entsorgen viele Fahrer ihre alten Gummireifen. Die Räder dürfen nicht einfach in den Hausmüll geschmissen werden. Der Recycling-Service von Raiffeisen nimmt unbrauchbare Gummis von Privatleuten und von Firmen an. So haben Reifen- und Landmaschinenhändler die Raiffeisen-Container auf ihren Höfen stehen.

5000 Tonnen Altreifen recycelt Raiffeisen jedes Jahr in Altmorschen, das entspricht ungefähr 625 000 Autoreifen. Kommen die großen grünen Container an, geht es ans Sortieren. „Im Prinzip wird nach guten und nach schlechten Reifen getrennt“, sagt Rolf Klapp, Abteilungsleiter des Bereichs Recycling. Meterhoch stapelt sich das Gummi auf dem Hof.

Ungefähr vier Wochen nachdem die Reifen vom Fahrzeug abmontiert wurden, landen sie bei Raiffeisen-Recycling. Uwe Gimpel ist Gabelstaplerfahrer und sortiert die Reifenmassen. Reifen, die nicht mehr verwendet werden können, stapelt Uwe Gimpel in Container. Die Betonindustrie kauft diese später. Das betrifft vor allem Reifen die schon zu alt oder zu abgefahren sind. „Von Landwirten bekommen wir oft Traktorreifen, die sind 25 oder 30 Jahre alt“, sagt Rolf Klapp. Das Gummi ist zu hart und taugt nur noch dafür, dass er in einer Zementfabrik mit Kalkstein und Schweröl verbrannt wird.

„Dort werden moderne Filtersysteme eingesetzt, um die Umwelt zu schützen“, erklärt Klapp, „wenn die Zementindustrie nicht wäre, wüssten wir nicht wohin mit den Altreifen.“ In Deutschland geht ein großer Teil der Altreifen, in die Zementindustrie.

Neues Profil

Reifen, die noch in einem guten Zustand sind, werden in speziellen Betrieben runderneuert. Sie werden abgeschliffen und bekommen ein neues Profil. Solche Reifen kommen bei Baustellenfahrzeugen zum Einsatz, wenn der Verschleiß besonders hoch ist.

„Im Sommer fahren die Leute ihre Reifen bis zum bitteren Ende“, Rolf Klapp zeigt auf einen Reifen, dessen Profil komplett abgefahren ist. Der sei einmal an einem schnellen Sportwagen gewesen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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