Vox Humana gab Konzert in Spiekappel

Himmlisch gut

Zum vierten Mal in der Klosterkirche: Das Vokalensemble Vox Humana aus Kassel trat am Sonntag in Spieskappel auf. Foto: Rose

Spieskappel. Ihre Begeisterung für Musik merkt man den 18 Sängerinnen und 14 Sängern des Vokalensembles Vox Humana aus Kassel wahrlich an: Und das wussten am Sonntagabend auch die Besucher der Klosterkirche Spieskappel zu schätzen. Denn das gut gefüllte Kirchenschiff bot einen perfekten Rahmen für einen stimmlich starken Auftritt in der bewährten Reihe der Klosterkonzerte.

Unter der lebhaften und anspornenden Leitung von Kammermusikdirektor Stephan Herrmann boten die Akteure anspruchsvolle doppelchörige und vielstimmige Werke durch mehrere Epochen. Unter dem Motto „Wenn Engel singen“ verzauberte der Chor mit einem anspruchsvollen, theologisch bedeutendem Programm. Voller Spannkraft und mit hoher stimmlicher Homogenität zelebrierten sie die Chorsätze der Renaissance oder einen beeindruckenden Ausschnitt aus dem Te Deum des jungen Mendelssohn Bartholdy. Im „Gloria in excelsis deo“ von Thomas Weelkes verschmolz der Text in einer sechsstimmigen Motette zu einer englischen Hymnenstrophe. Herrmanns versprach nicht zu viel: „Diesen Text muss man prangen lassen.“ Der Chor verneigte sich auch vor dem Stil der Hochromantik: Hier war eine fein abgestufte Dynamik gefragt, die die Sänger mit Bravour meisterten.

In sechs Abschnitten mit Titeln wie „Himmlische Kantorei“, „Schutzengel“ und „Letztes Geleit“ brachte der Chor den Zuhörern das Thema Engel hörbar näher. Dabei griffen die Akteure nicht nur auf Bekanntes zurück, sondern spickten das Programm mit ausgefallenen und originellen Raritäten.

Wie farbig und vielfältig sich das Lukasevangelium darstellen lässt, überzeugte auch das Publikum, das anhaltend Applaus spendete. (zsr)

Quelle: HNA

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