Widerspruch dreier Jagdpächter noch nicht entschieden

Zierenberger Stadtwald: Hirsche bleiben Streitobjekt

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Ungewisse Zukunft: Während die einen den Rotwildbestand im Zierenberger Stadtwald als gefährdet betrachten, sehen andere einen Abschuss als notwendig, um die Holzqualität zu erhalten.

Zierenberg. Es kehrt keine Ruhe ein im Zierenberger Stadtwald. Nachdem das Verwaltungsgericht in Kassel die Anträge dreier Jagdpächter, die sich gegen den Sofortvollzug der Abschussanordnung wehren wollten, abgelehnt hat, haben diese die Möglichkeit, Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel zu erheben.

Ob sie dies tun, darüber müssen sich die Beschwerdeführer noch untereinander und mit ihrem Rechtsanwalt verständigen.

Über den Widerspruch gegen die Abschussanordnung an sich hat das Gericht bisher nicht entschieden. Abgelehnt wurde lediglich die Aussetzung des Sofortvollzugs. Dieser sah vor, ein Stück Rotwild bis zum 31. August zu erlegen. Kommen die Pächter dem nicht nach, setzt die Jagdbehörde selbst Jäger ein – auf Kosten der Pächter.

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Dr. Rainer Seebach, einer der Beschwerdeführer und Jagdpächter im Bezirk Oberelsungen, zeigte sich irritiert über das in der Presseinformation des Gerichts angeführte Argument, die Schäden an den Eschen im Stadtwald seien nicht durch Tiere entstanden. „Ich kann mich nicht erinnern, das so gesagt zu haben“, sagt Seebach und führt seine Gründe für die Beschwerde auf. Gerade im August sei in seinem Jagdgebiet mit nur 20 Hektar bewaldeter Fläche so gut wie kein Rotwild vorhanden.

Generell missfalle ihm aber, dass aus rein kommerziellem Interesse dem Rotwild die Existenzberechtigung abgesprochen werde. „Die Sozialstruktur der Tiere würde bei einem so hohen Abschuss zerstört, und das wichtigste ist uns, das Rotwild zu erhalten“, sagt er.

Mit Abschussplan verrechnet

Dem entgegnet Marc Schölzel von der Unteren Jagdbehörde in Hofgeismar: „Es wird niemals zu einer Abschusszahl von 50 Stück kommen.“ Zwar sei die Abschussanordnung momentan noch nicht an die Streckenliste gekoppelt, spätestens im Oktober würden die zusätzlich erlegten Tiere aber mit dem Abschussplan verrechnet. Zudem sei es erwiesen, dass Rotwild viel unterwegs ist und besonders kurz vor der Getreideernte auch offene Flächen außerhalb des Waldes zur Nahrungsaufnahme aufsucht. In anderen Jagdgebieten seien nach Erlass der Anordnung umgehend Tiere erlegt worden.

Keine zweite Ersatzmaßnahme

Sanktioniert wird laut Schölzel auch nur, wenn dem angeordneten Sofortvollzug im August nicht nachgekommen werde. Sollten die weiteren zwei Tiere, die die Anordnung zum Abschuss vorsieht, nicht bis Ende des Jahres erlegt werden, sei bisher keine weitere Ersatzmaßnahme vorgesehen.

Quelle: HNA

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