Historische Sandsteinbrücke verfällt zwischen Appenhain und Bellnhausen

Appenhain. „Es tut mir immer sehr weh, wenn ich die Brücke so sehe", erzählt Alfred Neuwirth aus Bellnhausen. Am Ortsausgang von Appenhain liegt zwischen Wald und Feld eine historische Sandsteinbrücke. Seitdem die Straße in den 1970er-Jahren begradigt wurde, wird das Bauwerk kaum genutzt und verfällt.

Früher führte die Straße von Appenhain nach Bellnhausen über die Brücke, heute schlängelt sich die Straße daran vorbei. Die Brücke dient nur noch für die Traktoren der umliegenden Landwirte sowie für Fußgänger. Alfred Neuwirth beklagt, dass sie niemand um den Erhalt der Brücke kümmert. Er beobachtet den Verfall seit Jahren.

Der Ort wirkt romantisch-verwunschen: Der Sandsteinbau führt zwischen Bäumen über das Gewässer Hardtbach. Steine sind bereits abgebrochen und nach unten gefallen, Moos und Gestrüpp haben von der Brücke Besitz ergriffen. Doch der schöne Sandstein ist noch gut zu erkennen. „Abspritzen reicht da nicht mehr“, betont der pensionierte Polizist und Naturliebhaber. Er bemühte sich bereits im Ort und bei der Gemeinde um die Brücke, bisher jedoch ohne Erfolg. Ihm liegt viel daran, dass das Bauwerk erhalten bleibt.

Auf den umliegenden Wiesen hütete der heute 69-Jährige als Jugendlicher Kühe. Er hat viele Erinnerungen an diese Stelle. „Es ist ein schönes Objekt.“ Auch Bürgermeister Rainer Barth, der aus Appenhain stammt, kennt die Brücke noch als beliebten Spielplatz aus Kindertagen, er schätzt die Brücke als attraktiven Sandsteinbau. Ihm sind jedoch keine Pläne bekannt, den Bau zu sanieren, zudem weiß er um keine Gruppe oder Bürgeriniative, die sich dem annehmen will. Die Brücke werde einfach zu selten genutzt und das Geld in den öffentlichen Kassen ist knapp.

Das Bauwerk neben der Kreisstraße gehört dem Schwalm-Eder-Kreis, für die Pflege ist die Straßenmeisterei Schwalmstadt zuständig. Doch eben weil kein Verkehr mehr über das Bauwerk fließt, haben auch für die Straßenmeisterei andere Brücken Vorrang, sagte Leiterin Silvana Mäder. Die Sicherheit sei jedoch gewährleistet.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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