Veranstaltung seit 80er-Jahren

Historische Waffen beim Neujahrsschießen der Sportschützen in Sand

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Kleines Feuerwerk: Beim Schuss von Falk Siegmann ist deutlich der Fuchs, die Feuerzunge, zu sehen.

Bad Emstal. Das Tragen eines Gehörschutzes war für die Schützen am traditionellen Neujahrsschießen des Sander Sportschützenvereins Pflicht. Eine Wäscheklammer zum Verschließen der Nase wäre ebenfalls angebracht gewesen.

Denn jedes Mal, wenn im Schießraum ein Schuss abgegeben wurde, dann krachte es nicht nur ohrenbetäubend, sondern durch den Raum zog auch eine stark nach Schwefel riechende Pulverwolke.

Ein besonderer Augenblick ist es für jeden Schützen, wenn dann nicht nur der Pulverdampf den Lauf verlässt, sondern auch eine Feuerzunge. Die nennen die Schützen Fuchs.

Seit die Sander Sportschützen seit Anfang der 80er-Jahre auf Initiative ihres ehemaligen Vorsitzenden Erich Mey das Neujahrsschießen für alle Mitglieder und auch Gäste veranstalten, wird das neue Jahr schießsportlich ausschließlich mit nostalgischen Vorderlader-Schwarzpulverwaffen ausgetragen. In diesem Jahr erstmals nur in zwei Durchgängen in der Disziplin Gewehr.

Dabei handelt es sich überwiegend um Replikate von Originalwaffen, mit denen man im 19. Jahrhundert zur Jagd ging oder in den Krieg zog. Erich Mey ist einer der wenigen, die mit einer Originalwaffe, einem aus dem 19. Jahrhundert stammenden und noch voll funktionsfähigen Hinterlader-Zündnadeldienstgewehr mitschießen.

Wie schon in der Vergangenheit, so lief auch diesmal das Neujahrsschießen unter strengsten Auflagen ab. Schützen, die nicht im Besitz eines für Schwarzpulverwaffen gesetzlich vorgeschriebenen Sprengscheins waren, durften nur mit einer solchen Vorderladerwaffe schießen, wenn ihnen ein Sprengscheininhaber zur Seite stand. Zudem durfte nur dieser Experte die Waffe schussfertig machen.

Die Sander Schützen benutzen ihre nostalgischen Waffen aber nicht nur beim Neujahrsschießen. Sie stellen auch eine Wettkampfgruppe, die im Vorderlader-Schwarzpulverschießen erfolgreich ist.

Ergebnisse: In der Disziplin Adlerscheibe belegte Alexander Winning mit 48 Ringen Platz eins, gefolgt von Alexander Maul (47/9) und Jörg Schmidt (47/8) nach Stechen. Dartscheibe: 1. Jörg Schmidt (180), 2. Pia Gerhold (140), 3. Günther Mayer (137). Kombination: 1. Jörg Schmidt (227), 2. Alexander Maul (182), 3. Falk Siegmann (177).

Quelle: HNA

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