Weinfest in Beuern: Auswanderer im Mittelpunkt

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Ausstellung: Erika Carstensen-Bretheuer präsentierte beim Weinfest auch die Ergebnisse ihrer Nachforschungen.

Beuern. Die Dorfgemeinschaft Beuern hat am Samstag ein Weinfest gefeiert. Hobby-Historikerin Erika Carstensen-Bretheuer hielt einen Vortrag über Auswanderer.

Roter, Weißer und Rosé - seit 2007 wird in Beuern auf dem Hof von Erika Carstensen-Bretheuer in Beuern das Weinfest der Dorfgemeinschaft gefeiert. Am Samstag war es wieder soweit. Die Hofherrin hatte zum gemütlichen Beisammensein bei einem Glas Wein und leckeren Speisen in die Scheune und auf den Hof geladen.

Zuvor jedoch informierte die Hobby-Historikerin in einem Vortrag und mit einer Ausstellung über Menschen aus Beuern, die einst ihre Heimat verließen, um in Amerika ihr Glück zu finden. Mehrere Auswanderungswellen erlebte das kleine Dorf demnach im Laufe der letzten Jahrhunderte. Innerhalb von nur 30 Jahren - zwischen 1870 und 1900 - wanderten mehr als 80 Einwohner von Beuern in die USA und nach Großbritannien aus.

Eine Zahl, die selbst Erika Carstensen-Bretheuer überraschte. „Am Anfang meiner Nachforschungen bin ich von neun oder zehn Auswanderern ausgegangen“, sagte Carstensen-Bretheuer. Tatsächlich seien es erst auch nur einzelne Personen, zumeist Bauernsöhne, gewesen, die das Land verließen. Später machten sich jedoch ganze Familien auf die beschwerliche Reise in ein anders Leben. Schlechte Ernten, Preisverfall und damit zusammenhängende Armut waren wohl die Gründe. Einige Bilder und Geschenke der Auswanderer an die Zurückgebliebenen, die in der Ausstellung am Samstag zu sehen waren, zeugen davon, dass die Entscheidung, nach Amerika zu gehen, wohl nicht falsch gewesen war.

Über 50 Interessierte aus Beuern und von auswärts verfolgten den Vortrag, den es auch in Buchform geben soll: In ein paar Wochen soll das Werk mit dem Titel „Von Beuern in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ fertig sein, das dann direkt bei der Autorin erhältlich ist. (zen)

Quelle: HNA

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