Hitze lässt Zahl der Erreger explodieren

Gesundheitsamt ruft zu sorgsamem Umgang mit Fleisch auf

Schwalm-Eder. Bei der anhaltenden Hitze steigt die Salmonellengefahr: In diesen heißen Tagen sollte man noch sorgsamer als gewöhnlich mit Lebensmitteln umgehen, rät Dr. Peter Urban, Chef des Kreisgesundheitsamtes.

Noch seien die Zahlen der Erkrankungen im Landkreis nicht überdurchschnittlich gestiegen, doch fänden Erreger wie Salmonellen und Campy-lobacter bei der Hitze gute Voraussetzungen, um sich geradezu explosionsartig zu vermehren.

Im vorigen Jahr traten im Landkreis 57 Salmonellen- und 114 Campylobacterfälle auf. In diesem Jahr erkrankten bislang 22 Menschen an Salmonellen- und 45 an Campylobacter-Viren, die sich genau wie Salmonellen in Lebensmitteln ansiedeln.

Mit beidem infiziere man sich vor allem im privaten Bereich. Deshalb verlange die Verwendung von Geflügel und Eiern erhöhte Aufmerksamkeit, sagt Dr. Urban. Beides müsse man gut durchbraten, denn bei der Verarbeitung von Geflügel seien produktionstechnisch gewisse Mengen an Erregern einfach nicht zu vermeiden.

„Auch wenn die Hygienestandards bei der Produktion immer besser werden, kann man nie ein Restrisiko ausschließen: Es gibt keinen einzigen Hühnerstall, der keimfrei ist,“ sagt Urban. Deshalb sei auf jeder Verpackung aus dem Supermarkt auch stets vermerkt, dass Hühnerfleisch keinesfalls roh oder nur halb durchgegart verzehrt werden dürfe. Urban: „Diesen Hinweis sollte der Verbraucher auf jeden Fall ernst nehmen.“

Wenn es um Bakterien in Geflügelfleisch geht, sei meist die Rede von Salmonellen, sagt Urban. Dabei kämen Infektionen mit dem Erreger Campylobacter mittlerweile wesentlich häufiger vor, die Zahl dieser Viruserkrankung steige seit Jahren an. Bei Geflügel sind die Campylobacter-Keime im Darm angesiedelt, manchmal auch im Gefieder.

Der Begriff Salmonelle stammt aus dem Griechischen und bezeichnet „Bakterien, die den Darm besiedeln“. Viel häufiger als Salmonellen-Erkrankungen sind heute jedoch Infektionen mit dem Campylobacter-Virus. Bei Salmonellen sind Millionen Keime nötig, um einen Menschen krank zu machen. Beim Campylo-bacter dagegen genügen bereits 500.

Laut Statistik des Robert-Koch-Instituts gab es in den vergangenen drei Jahren mehr als doppelt so viele Erkrankungen durch Campylobacter wie durch Salmonellen. Die Ursache für die sinkenden Zahlen liege in den verstärkten Kontrollprogrammen in der Geflügelzucht, heißt es in der Studie. (bra)

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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