Spangenberger spricht über seine Heimatstadt und seinen neuen Roman

HNA-Interview mit Hans Dölzer: „Totenkopf war Fußball“

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Stadtkirche im Zentrum: Die Spangenberger Stadtkirche steht im Mittelpunkt eines Motorrad-Krimis des gebürtigen Spangenbergers Hans Dölzer. Unser Foto zeigt einen Blick vom Eulenturm über die Stadt.

Spangenberg. Die ersten elf Jahre seines Lebens hat Hans Dölzer in Spangenberg verbracht. Der Sohn des früheren Pfarrers Wilhelm Hohmann hat nun einen Krimi geschrieben, der seinen Ausgangspunkt in Dölzers Heimatstadt findet. Darüber sprachen wir mit dem Autor, der mittlerweile in Baden lebt, aber immer noch gerne Spangenberg besucht.

Ist es in Spangenberg so spannend wie in einem Krimi?

Hans Dölzer: Auf jeden Fall. Als Kind habe ich als Pfarrerskind in der Kirche gespielt: auf dem Dachboden und im Keller. In den Fünfziger und Sechziger Jahren lagen auf dem Dachboden die Totenschädel verstreut herum, und wir Kinder haben Fußball damit gespielt. Im Keller gab’s noch eine Kohlenheizung, und der Küster, ein Kriegsversehrter mit Holzbein, kam uns Kindern vor wie der Teufel vorm Feuerloch.

Was verbinden Sie mit Spangenberg?

Dölzer: Eine sonnige Kindheit mit einer sehr liberalen Schule. Auch wenn man mir als Pfarrerssohn mehr als anderen hat durchgehen lassen. Der Reiz für uns Kinder war, sofort nach draußen gehen zu können und herumzustromern. Noch heute komme ich zu den Klassentreffen unserer Grundschulklasse.

Warum ist Spangenberg Ausgangspunkt für Ihren Krimi?

Dölzer: Als ich 2009 beim Stadtfest auf dem Marktplatz saß, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Klar, Spangenberg muss Ausgangspunkt meines neuen Krimis sein. Ich will eine Krimireihe schreiben im Stile einer Roadstory, auch wenn Spangenberg in den weiteren Büchern dann nur noch am Rand erwähnt wird. In dem aktuellen Krimi kommen unter anderem der Bromsberg und die Gaststätte Zum Liebenbachtal vor.

Was ist eigentlich ein Motorrad-Krimi?

Dölzer: Die Protagonisten sind darin auf Motorrädern unterwegs. Die Motorräder geben meinem Roman das ganze Flair und bilden den Rahmen zur Geschichte.

Welches Motorrad fahren Sie denn?

Dölzer: An welchem Tag?

An welchem Tag?

Dölzer: Ich habe sieben Maschinen und kann jeden Tag eine andere fahren. Zwei meiner Maschinen kommen im Krimi vor: eine Honda und ein Motorrad mit Seitenwagen.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Dölzer: Schon als Schüler habe ich gerne Aufsätze geschrieben. In Heidelberg habe ich dann Berichte für ein Stadtmagazin geschrieben, heute schreibe ich Bücher und Artikel - ich bin also ein Quereinsteiger in den Beruf des Journalisten.

Auf dem Buchtitel Ihres Krimis sind Kuno und Else, die Figuren des Liebenbachbrunnens zu sehen. Warum?

Dölzer: Weil sie heimliche Hauptpersonen sind, zwar nicht für die Kriminalgeschichte, aber für das Seelenleben des Protagonisten. Mehr verrate ich aber nicht.

• Hans Dölzer: Kurbelwellen weinen nicht, Highlights-Verlag, 233 Seiten, 9,90 Euro

• Lesung: Freitag, 8. Februar, ab 19 Uhr, Altstadtresidenz Spangenberg

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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