"Stehe nicht gern im Mittelpunkt"

Interview: Treysaer Prinzenpaar über seine neue Regentschaft

Wollen als Prinzenpaar auch einige Beschlüsse fassen: Dr. Bernd und Sonia Adam aus Treysa. Foto: Rose

Treysa. Dr. Bernd Adam und seine Sonia sind das Prinzenpaar Sonia I. aus Tausend und einer Nacht und Bernd II. von Pille und Bass. Sie verraten im Interview, wie sie Regenten wurden.

Wie haben Sie davon erfahren, dass Sie das neue Prinzenpaar werden sollen? 

Dr. Bernd Adam: „Die standen einfach in der Wohnung. Allerdings hatte die Prinzenpaar-Findungskommission zunächst durch unverfängliche Fragen überprüft, ob wir zuhause und die Kinder aus dem Haus sind. Unter einem Vorwand kam der erste, dann die beiden anderen. Kein Wunder, dass in dieser Zeit ein Vereinsmitglied draußen drei Mal Streife gefahren ist. Als meine Frau die Bande sah, sagte sie nur ein Wort: Nein. (Anmerkung der Redaktion: Die Findungskommission besteht aus Günter Felgenhauer, Karl-Heinz Aringer und Thorsten Trebing).“

Frau Adam, woran wäre die Mission denn fast gescheitert? 

Sonia Adam: „Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt. Das hat mir Sorgen bereitet. Aber mein Mann hat im Gespräch mit der Findungskommission die Probleme heraus gearbeitet und mich schließlich überzeugt. Der Präsident hat versprochen, dass ich nichts tun muss, was ich nicht will.“

Wie war die Resonanz nach der Inthronisation? 

Dr. Bernd Adam: „Es haben sich alle riesig gefreut. Und wer in der Spätlese aktiv ist, der gehört sowieso schon zu einer Risikogruppe. Unsere Kinder freuen sich natürlich am meisten auf die tollen Kleider.“

Woraus bestehen denn die Insignien der Macht? 

Adams: „Aus Zepter, Kappe, Diadem und unserem persönlichen Maskottchen - einem Löwen. Der ist das Wappentier Marokkos. (Anmerkung der Redaktion: Sonia Adam stammt aus Marokko).“

Wird ein Prinzenpaar standesgemäß ausstaffiert? 

Adams: „Wir waren sehr überrascht über die Professionalität der Karnevalsindustrie im Rheinland. Kürzlich waren wir dort und durften uns unsere Orden auswählen. Uns wurde bescheinigt, dass wir sehr pflegeleicht seien. Auch Anzug und Kleid sucht sich das Prinzenpaar aus. Zwar zahlen wir das selbst - dem Verein ist es jedoch wichtig, dass das Einkommen kein limitierender Faktor sein darf. Die Kosten halten sich in überschaubaren Grenzen.“

Was schätzen Sie am Karnevalsverein? 

Adams: „Wir schätzen den familiären Charakter und den gemeinsamen Anspruch, den Leuten ein tolles Programm bieten zu wollen. Die Prunksitzungen gehören seit vielen Jahren zu den gesellschaftlichen Höhepunkten in Treysa - und das zu Recht. Wir haben mehr als 100 Aktive, die für die Shows wirklich alles geben.“

Welche Aufgaben haben Sie? Und gibt es einen Verhaltenskodex für Regenten? 

Adams: „Verhaltensregeln haben wir nicht bekommen. Es geht überwiegend um repräsentative Pflichten. Nur das Dichten der Reden, das müssen wir bis zu den Prunksitzungen wohl noch ein bisschen üben. Sicher werden wir aber, nachdem wir dem Bürgermeister den Stadtschlüssel abgenommen haben, einige Beschlüsse fassen - das wollten wir immer schon mal tun. Als Prinzenpaar hat man schließlich dazu auch die Macht.“

Von Sandra Rose 

Die Prunksitzungen des Karnevals-Komitees der Liedertafel Treysa beginnen jeweils samstags am 7. und 14. Februar um 19.30 Uhr in der Treysaer Festhalle. Eintrittskarten sind im Bettenhaus Dötenbier, Tel. 0 66 91/13 65 erhältlich. Tickets für die Halle und die Empore kosten 17 Euro, unter der Empore elf Euro. Für die erste Sitzung gibt es eine Ermäßigung für Gruppen: In der hinteren Hallenhälfte gelten bei einer Abnahme von acht oder mehr Karten ermäßigte Preise, dann kosten Karten 13 beziehungsweise sieben Euro.

Karten für den Kinderkarneval am 15. Februar sind an der Tageskasse zu haben.

Quelle: HNA

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