Was die Asteröder anpacken, tun sie gründlich

Besuch in Asterode: Nur keine halben Sachen

Neukirchen. Beim Besuch in Asterode in unserer Reihe „Gespräche am Gartenzaun“ war eine Station auf dem Hof Brenzel, wo bereits Enkelin Maria-Sophie Rathjens (vorn) zupackt, um die 150 Milchkühe des Betriebs zu versorgen.

Auf die Lebensqualität kommt es den Asterödern an, im Großen wie im Detail. Nicht alle Wünsche gingen in Erfüllung, aber halbe Sachen gibt es nicht in dem Dorf, das in den 1970er Jahren ums Haar eine Umgehungsstraße bekommen hätte, aber heute mit der Bundesstraße 454 und einem immer stärkeren Lkw-Verkehr klar kommen muss.

Doch am guten Miteinander ändert das nichts. Das hat sich bei der Sanierung der Kirche wieder mal gezeigt. Die erstrahlt heute innen in sanftem Gelb mit lavendelblauem Himmel, denn das entspricht überraschenderweise der historischen Farbwahl von 1850. "Eine Mordsarbeit war das", sagt der Wahl-Asteröder und Malermeister Herbert Specht, der, wie eine ganze Reihe Asteröder, kräftig in die Hände spuckte. Heute ist alles perfekt, von den passenden Glocken im Turm bis zu den rekonstruierten Fenstern, die gleißendes Licht hereinlassen.

Vor der Tür präsentiert sich der gesamte im Rahmen der Dorferneuerung hergerichtete - Kirchplatz als gute Stube des Dorfes, das vermutlich in der Zeit zwischen 800 und 1100 gegründet wurde. Darauf lässt das "rode" im Namen schließen, und der Gründer wird wohl ein Mann namens "Astin" oder so ähnlich gewesen sein, erklärt Ortsvorsteher Gerald Knab.

Wie die allerersten Asteröder weiß man noch heute die wunderschöne Lage des Dorfes zu schätzen. Mit allen Nachbarorten wird guter Kontakt gepflegt, das Singen, das Fußballspielen, das Kirmesfeiern und vieles mehr verbindet.

Die Asteröder verbindet ihr Einsatz füreinander, so wurde auch am DGH-Komplex vielfach Hand angelegt. Heute fühlen sich dort alle wohl, ob im privaten Kindergarten der Kleinen Strolche, im selbstverwalteten Jugendraum, in der Dorfbibliothek, in Saal und Küche mit Kühlzelle oder auf dem großzügigen autofreien Platz davor. Beete bepflanzen, Geld für Ausstattung zusammenbringen oder ein Fest für einen guten Zweck auf die Beine stellen - hier ist das nichts Ungewöhnliches.

Ungewöhnlich ist die Liebe zum eigenen, guten Wasser, ein Verein wacht über die Gewinnung und Aufbereitung. Mit dem sehr günstigen Preis von nur 1,50 Euro pro Kubikmeter werden stets alle nötigen Investitionen gestemmt.

HNA-Serie: Besuch in Asterode

Quelle: HNA

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